Freitag, 19. Juli 2019

BMW Handeln nach eigenen Gesetzen

BMW i3: "Langfristige Wettbewerbsfähigkeit zählt mehr als kurzfristige Renditen", sagt Konzernchef Reithofer

BMW leidet am starken Euro und dem heftigen Wettbewerb auf einem schrumpfenden europäischen Markt. Gleichzeitig leistet sich der bayerische Autobauer das i3-Abenteuer. Beides steckt BMW zwar weg - doch die Anleger sind ungeduldig.

München - Vorschusslorbeeren sehen anders aus. Nur wenige Tage, bevor die ersten Elektroautos vom Typ BMW i3 auf der Straße rollen, geht die BMW-Aktie in den Keller. Um rund 4 Prozent gab der Kurs der Aktie von BMW Börsen-Chart zeigen heute ab. Schon nach Vorlage der Halbjahreszahlen war eine solche Entwicklung zu beobachten gewesen.

Das ist überraschend, lagen die heute präsentierten Zahlen zum dritten Quartal doch im Rahmen der Erwartungen. Die Prognosen für das Gesamtjahr 2013 wurden bestätigt, warnende Stimmen von Analysten blieben aus.

BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner versuchte in einer Telefonkonferenz, die Sorgen auszuräumen. Dass der Konzernumsatz leicht rückläufig ist, liege überwiegend am starken Euro. Rabattschlachten sind angeblich nur in Europa und auch nur vorübergehend ein Problem.

Die hohen Entwicklungskosten und Investitionen im Autogeschäft werden zwar im vierten Quartal dieses Jahres besonders durchschlagen, aber die Marge dennoch nicht unter die versprochenen 8 Prozent drücken.

"Europa ausbalancieren"

Konzernchef Norbert Reithofer stellte zwar fest, dass auch deutsche Kunden zunehmend verunsichert sind von der Euro-Krise und sich so die Marktschwäche in Südeuropa weiter nach Norden vorarbeitet. Doch das lebhafte Geschäft in den USA und in China sei weiter geeignet, "Europa auszubalancieren".

BMW-Aktionäre brauchen allerdings Geduld. Das europäische Autogeschäft werde sich erst im zweiten Halbjahr 2014 wieder beleben, wiederholte Reithofer. Und die Zeit hoher Vorleistungen in künftige Automodelle, Technologien und Fabriken ist noch nicht vorbei: "2013 und 2014 werden die Peak-Jahre".

Man treffe diese kostspieligen Vorbereitungen "aus einer Position der Stärke heraus und zu einem frühen Zeitpunkt", sagte Reithofer. Die "Radikalität des Ansatzes" beim Elektroauto i3, dessen Karosserie aus Kohlefaserverbundwerkstoffen gefertigt wird, gehe über das Produkt hinaus; es sei ein Leichtbau-Befähiger und ein Karbon-Voranbringer für den ganzen Konzern.

Vorbestellt sind angeblich 9000 i3, vorwiegend in den USA. Über die kurzfristig verfügbare Kapazität und ihre mögliche Steigerung schweigt sich der Konzern aus. Die Lieferzeit wird mit drei bis vier Monaten angegeben.

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