Freitag, 19. April 2019

BMW-Designchef Adrian van Hooydonk über das Apple-Auto Wie BMW Apple in Schach hält

Die Zukunft des Fahrens: Voll vernetzt voraus
BMW

2. Teil: Wo der Kampf um die Kunden tatsächlich entschieden wird

mm.de: Apple arbeitet an einem Auto. Ein Konzern, der emotionales Design wie wenige andere beherrscht und weltweit von Kunden geliebt und bewundert wird. Macht Ihnen das Angst, dass künftig womöglich ihr Kollege Jonathan Ive auf dem selben Spielfeld wie Sie aktiv wird?

Van Hooydonk: Es gibt ja schon jetzt Wettbewerb. Es ist nicht so, dass wir die einzigen sind, die Autos bauen.

mm.de: Das ist richtig. Aber wenn man sich anschaut, wie Apple eine Branche nach der anderen aufgerollt hat oder zumindest zu einem führenden Spieler geworden ist, zuletzt im Smartwatch-Sektor, könnte einem das in Ihrer Position schon zu denken geben.

V

an Hooydonk: Apple hat ein sehr gutes Designteam. Ich kenne Jonathan Ive persönlich und ich respektiere ihn enorm. Natürlich, wenn die ein Auto bauen, muss man das ernst nehmen. Ein Auto ist ein so wichtiges Element im Leben eines Menschen, dass das Design hoch emotional sein muss. Super-clean, perfekt ausgeführt. Und BMW hat es immer verstanden, Dinge zu entwickeln, die Menschen auf der Gefühlsebene ansprechen - ganz abgesehen von der herausragenden Funktionalität. Daher ich sehe keinen Grund jetzt völlig unsicher zu werden. Wir müssen nur sicherstellen, dass wir uns auch beim Design weiterentwickeln.

mm.de: Das heißt, letztlich wird es kein technischer Wettkampf sein, den wir womöglich zwischen Apple und Ihnen sehen werden. Sondern ein Kampf um die Herzen der Kunden?

Van Hooydonk: Letztlich ja. Im Luxussegment geht es nämlich genau darum. Man kämpft mit anderen Marken um die Gefühle. Natürlich muss die Funktionalität extrem gut sein. Aber das wird von den Kunden vorausgesetzt. Letztlich dreht sich alles nur um Emotionen.

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