Sonntag, 8. Dezember 2019

Neue CO2-Grenzwerte sorgen für Streit 8 von 13 Autobauern werden CO2-Ziel 2021 verfehlen

Autobauer stehen wegen ihrer klimaschädlichen Verbrennungsmotoren immer wieder in der Kritik
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Autobauer stehen wegen ihrer klimaschädlichen Verbrennungsmotoren immer wieder in der Kritik

Die EU verlangt bis 2030 deutlich klimafreundlichere Autos von den Herstellern. Die Vorgaben sind schärfer, als die Autobauer und die Bundesregierung dies wollten. Die meisten großen Autobauer werden bereits das erste CO2-Flottenziel für das Jahr 2021 verfehlen, so eine Studie. Daimler rechnet zunächst sogar mit einem steigenden CO2-Ausstoß seiner verkauften Autos. Volkswagen-Chef Herbert Diess will angesichts der neuen Vorgaben den Konzern jetzt noch schneller umbauen.

Autos sollen laut neuer EU-Grenzwerte bis Ende des kommenden Jahrzehnts wesentlich weniger Gesundheit- und klimaschädliches Kohlendioxid in die Luft pusten. Bei Neuwagen soll der Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) bis 2030 um 37,5 Prozent fallen. Als Zwischenziel sei ein Minus von 15 Prozent bis 2025 vereinbart worden, teilte die österreichische EU-Ratspräsidentschaft nach Vermittlungsgesprächen mit den EU-Institutionen am Montagabend mit.

"Europa steht damit zu seiner globalen Vorreiterrolle", sagte die österreichische Umweltministerin Elisabeth Köstinger. Scharfe Kritik kommt von der deutschen Autolobby, die die Vereinbarung als realitätsfern bezeichnet.

Für Kleintransporter wurde eine Reduktion bis 2025 von ebenfalls 15 Prozent und bis 2030 dann um insgesamt 31 Prozent festgelegt. Die Einigung ist vorläufig. Die EU-Botschafter und das Europaparlament müssen noch formal zustimmen. Änderungen werden nicht erwartet.

Basis für die Berechnung der neuen Ziele ist das Jahr 2021. Bis da hin dürfen nach den geltenden Vorschriften Neuwagen im Schnitt nicht mehr als 95 Gramm Kohlendioxid je Kilometer ausstoßen. Doch ist die auch aktuelle Vorgabe für viele Hersteller noch nicht in Reichweite. Derzeit liegt der Wert bei 118,5 Gramm.

Die Vorgaben sind schärfer, als die Autoindustrie und die Bundesregierung dies ursprünglich wollten. Zu schaffen sind sie nur, wenn neben Benzin- und Diesel-Autos auch immer mehr Fahrzeuge ohne Emissionen verkauft werden, also etwa reine Elektroautos. Die Hersteller müssen sich also schnell umstellen und warnen vor Jobverlusten.

Deutschland hatte sich zuvor für ein weniger hartes Vorgehen stark gemacht. Denn die hiesige Autobranche mit den großen Herstellern Daimler, BMW und Volkswagen hat besonders viele PS-starke Boliden im Angebot.

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