Sonntag, 25. August 2019

Neue CO2-Grenzwerte sorgen für Streit 8 von 13 Autobauern werden CO2-Ziel 2021 verfehlen

Autobauer stehen wegen ihrer klimaschädlichen Verbrennungsmotoren immer wieder in der Kritik
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Autobauer stehen wegen ihrer klimaschädlichen Verbrennungsmotoren immer wieder in der Kritik

2. Teil: Diese Autobauer werden das CO2-Flottenziel verfehlen

Wie schwer sich die Autobranche schon mit der Erreichung der CO2-Flottenziele für 2021 tut, illustriert eine Studie der Unternehmensberatung PA Consulting. Ihr zufolge drohen zahlreichen Autokonzernen in zwei Jahren empfindliche Strafzahlungen.

Acht der 13 großen Autohersteller, die ihre Fahrzeuge EU-weit verkaufen, werden ihr Flottenziel für 2021 verfehlen, warnen die Studienautoren. Dabei unterstellt die Untersuchung bereits, dass die Autohersteller in zwei Jahren deutlich mehr Elektro- und Hybridfahrzeuge verkaufen.

Europas größtem Autohersteller Volkswagen drohen Strafzahlungen von bis zu 1,4 Milliarden Euro pro Jahr: Laut der Studie wird Volkswagen in zwei Jahren um 3,8 Gramm über seinem CO2-Flottenziel liegen.

Fiat Chrysler dürfte seinen CO2-Flottenwert um 6,7 Gramm übertreffen, was eine Strafe von 700 Millionen Euro pro Jahr nach sich ziehen würde. Die PSA-Gruppe mit den Marken Peugeot, Citroen und Opel wird laut PA-Berechnungen ihren CO2-Zielwert um 2,6 Gramm übertreffen. Das könnte die Franzosen rund 600 Millionen Euro pro Jahr kosten.

Aktuell sind laut der Studie nur die Hersteller Volvo, Toyota, Renault, Honda und Jaguar Land Rover auf gutem Weg, ihre CO2-Flottenziele für 2021 zu erreichen.

Noch bleibe den Autoherstellern etwas Zeit, ihre CO2-Flottenziele doch noch zu erreichen, heißt es in der Studie. Um mehr Fahrzeuge mit niedrigem CO2-Ausstoß zu verkaufen, können die Hersteller diese etwa stärker vermarkten und deren Preise senken. Für Volkswagen, Ford und Fiat dürfte das allerdings nicht mehr reichen, warnen die Studienautoren.

Daimler darf mehr ausstoßen und rechnet mit steigendem Abgasausstoß

Daimler rechnet nach eigenen Angaben für den Abgasausstoß in diesem und im kommenden Jahr zunächst mit höheren CO2-Werten bei seinen verkauften Autos. Grund sei unter anderem das strengere WLTP-Messverfahren, sagte ein Konzernsprecher am Dienstag. Aber auch die hohe Nachfrage nach leistungsstarken Fahrzeugen erschwere das Erreichen des Ziels.

Bei dem neuen Messerverfahren WLTP geht es um eine bessere Abbildung des tatsächlichen Verbrauchs sowie der Schadstoff- und CO2-Emissionen.

2017 war der durchschnittliche Wert der gesamten Daimler-Flotte bereits leicht auf 125 Gramm CO2 je Kilometer gestiegen (2016: 123 Gramm). Bis 2021 muss Daimler den CO2-Ausstoß seiner in einem Jahr verkauften Autos auf rund 100 Gramm drücken. Zwar gilt dann schon das Ziel von 95 Gramm, doch Hersteller schwererer Autos dürfen noch darüber liegen.

"Es ist weiterhin unser Ziel, die anspruchsvollen gesetzlichen CO2-Vorgaben zu erfüllen", hieß es. Letztlich hänge das aber auch an der Kaufentscheidung der Kunden. Von 2019 an bietet Daimler die ersten Modelle seiner neuen Elektro-Marke EQC an.

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