BMW verspricht 10 Prozent Rendite Wie BMW-Chef Krüger für die "neue Ära" plant

Von mm-newsdesk
Harald Krüger: Der 2015 angetretene BMW-Chef knüpft an die Vorgaben Norbert Reithofers an

Harald Krüger: Der 2015 angetretene BMW-Chef knüpft an die Vorgaben Norbert Reithofers an

Foto: AFP

Mit neuen Luxusmodellen will BMW den milliardenteuren Wandel vom reinen Autobauer hin zum Anbieter von vernetzten Fahrzeugen und digitalen Diensten finanzieren.

"Wir führen die BMW Group  in eine neue Ära", sagte Vorstandschef Harald Krüger. Anknüpfend an die 2007 verkündete Strategie "Number One" seines Vorgängers Norbert Reithofer heißt es jetzt "Number One > Next".

Der Münchener Konzern unterstreicht im Jubiläumsjahr damit seinen - derzeit von Daimlers  Absatzerfolg infrage gestellten - Anspruch, der weltweit führende Anbieter von Premiumautos zu bleiben. Zugleich sollen in den kommenden Jahren bis 2020 stets mindestens 10 Prozent des Umsatzes als Gewinn vor Steuern übrigbleiben. Diese Rendite erreichte BMW bereits im Rekordjahr 2015.

Allerdings sieht Krügers Strategie einen Kraftakt vor, mit großen Investitionen die Nummer eins auch der zukünftigen Mobilitätswelt zu bleiben. BMW-Finanzchef Friedrich Eichiner schließt nicht aus, dass die Kosten für Forschung, Entwicklung und andere Investitionen in einzelnen Jahren auch mal höher liegen als angepeilt. Immer wichtiger würden automatisiertes Fahren, Digitalisierung und emissionsfreie Autos mit Batterie oder auch Brennstoffzelle.

Das alles soll parallel laufen, außerdem wird weiter in die alte Technik der Verbrennungsmotoren investiert. Wie kaum ein anderer Hersteller setzt BMW auf Diesel, ungeachtet des Abgasskandals um Volkswagen .

Das Bewährte soll helfen, dem Neuen den Weg zu bereiten: große, teure Automodelle wie das Flaggschiff 7er, die eine hohe Marge abwerfen. Ein Riesen-Geländewagen namens X7 ist geplant, über einen Ableger der Luxuslimousine 7er denkt BMW laut nach. BMW will zudem die PS-starke M-Reihe ausbauen, bevor die elektrische i-Familie wächst.

Keine Revolution - aber durchaus große Ambition

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Foto: Fabian Kirchbauer; BMW

2018 soll ein i8 Roadster kommen, der preislich ebenfalls in der Luxusliga angesiedelt ist. Ein weiteres neues Modell der i-Reihe als "Flaggschiff" kündigte Krüger für den Beginn der 2020er-Jahre an, nannte aber keine Details. Um Kosten zu sparen und um sich in der Produktion nicht zu verzetteln, sollen wenig gefragte Modelle auf den Prüfstand kommen. Bei Mini ist bereits eine Begrenzung angekündigt.

Für Krüger ist die neue Strategie die erste große Bewährungsprobe. Im Mai 2015 trat er in die großen Fußstapfen von Norbert Reithofer. Mit seiner neuen Strategie schiebt er nun keine Revolution an, sie ist kein ganz großer Wurf. Wer die Entwicklung von BMW in den vergangenen Jahren verfolgt hat, dem dürfte fast alles sehr bekannt vorkommen. "Die Strategie ist nicht sehr überraschend", sagt Commerzbank-Autoexperte Sascha Gommel.

"Bei einem Technikschwenk muss man natürlich das alte Geschäftsmodell weiter melken", sagt Nord-LB-Analyst Frank Schwope. Neue Hersteller wie Tesla  konzentrierten sich zwar allein auf E-Autos, "aber sie verdienen damit derzeit auch kein Geld", ergänzt der Experte.

Commerzbank-Experte Gommel bewertet es angesichts des Spagats zwischen zahlreichen verschiedenen strategischen Investitionen als positiv, dass BMW trotzdem an seinem Ziel für die operative Rendite von 8 bis 10 Prozent in der Autosparte festhält. Die BMW-Aktie  stieg am Mittwoch als stärkster Wert im Dax um mehr als 4 Prozent.

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ak/reuters/dpa