Neues Elektroautowerk BMW stockt Milliardeninvestition in Ungarn auf

Der Münchener Autobauer BMW verdoppelt seine Investition im neuen Werk für Elektroautos in Ungarn. Neben der Fertigung einer Elektroautoreihe plant BMW-Chef Oliver Zipse in Debrecen auch einen neuen Batteriepark.
Auf Elektrokurs: Mit der vollelektrischen "Neuen Klasse" will BMW-Chef Oliver Zipse die Verbreitung der Elektroantriebe beschleunigen

Auf Elektrokurs: Mit der vollelektrischen "Neuen Klasse" will BMW-Chef Oliver Zipse die Verbreitung der Elektroantriebe beschleunigen

Foto: Sean Rayford / AP

Der Autobauer BMW investiert deutlich mehr in sein geplantes neues Elektroautowerk im ungarischen Debrecen. Bis 2025 will der Dax-Konzern insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro in den Werksneubau stecken, wie die Münchener am Freitag mitteilten. Bisher war von einer Summe von mehr als einer Milliarde Euro die Rede gewesen.

Zum ohnehin geplanten Werk für die von BMW für Mitte des Jahrzehnts angekündigte neue Elektroautoreihe "Neue Klasse" soll nun noch eine Montage von Hochvoltbatterien für die Autos entstehen. Laut einer Sprecherin sind rund 1,5 Milliarden Euro für die Autofertigung vorgesehen, eine halbe Milliarde für den Batteriepark.

Fertigung von 150.000 E-Autos pro Jahr geplant

"Unsere Investitionen unterstreichen die Konsequenz, mit der wir die E-Mobilität umsetzen", sagte BMW-Produktionsvorstand Milan Nedeljkovic (53). Mit dem zusätzlichen Investment plant BMW die Schaffung von mehr als 500 zusätzlichen Arbeitsplätzen im Batteriezusammenbau. Rund 1000 Beschäftigte in der eigentlichen Autofertigung sollen in Debrecen bis zu 150.000 vollelektrische Autos im Jahr herstellen. Grundsteinlegung für das Fahrzeugwerk war Mitte dieses Jahres, die Bauarbeiten für die Batteriemontage starteten vor Kurzem.

Mit der zunächst im mittleren Segment angesiedelten vollelektrischen "Neuen Klasse" will BMW die Verbreitung der Elektroantriebe beschleunigen. Das Werk in Debrecen soll als erste Autofabrik der Welt ausschließlich mit erneuerbarer Energie und damit komplett CO2-frei produzieren. "Das Werk verbindet Umweltschutz und Wettbewerbsfähigkeit – und das ist viel mehr, als wir ursprünglich geplant haben", sagte Ungarns Außen- und Handelsminister Péter Szijjártó (44).

Der Autobauer hat wie vor VW und Mercedes große Pläne und Offensiven angekündigt, mit öffentlichen Bekenntnissen zur Elektromobilität. Doch wie eine Analyse des Manager Magazins zeigt , haben die deutschen Autobosse ihren eigenen Markt lange falsch eingeschätzt. Jetzt sind sie überrumpelt von der Rasanz, mit der sich ihr bislang höchst einträgliches Geschäft ändert. So holen Player wie Tesla oder BYD aus China auf und attackieren den deutschen Markt .

dri/dpa
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