Samstag, 19. Oktober 2019

Studie warnt vor großen Risiken für Autobauer BMW, Audi und Co sollten keine "Monster"-SUV mehr bauen

Luxus-SUV: Die Geländegänger der Edelmarken
BMW

Allen Abgasdiskussionen zum Trotz kaufen Kunden heute mehr SUV als je zuvor - mehr als jeder dritte Neuwagen in Deutschland ist so eine sportliche Geländelimousine. Zugleich bringen BMW, Mercedes, Audi und Co in dieser Klasse immer mehr "Monster"-Modelle auf den Markt. Damit gehen sie ein großes Risiko ein, ist eine Studie überzeugt.

Keine Fahrzeugart in Deutschland wächst so rasant wie die Sport Utility Vehicle (SUV). Das Kraftfahrtbundesamt führt die sportlichen Geländelimousinen mittlerweile sogar als eigene Fahrzeugklasse. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erreichten die SUV einen Marktanteil von 31,4 Prozent aller neu zugelassenen Pkw und waren damit in Deutschland die am meisten verkaufte Karosserievariante, schreibt der Experte Ferdinand Dudenhöffer.

Erstmals dürften in diesem Jahr in Deutschland mehr als eine Millionen SUV neu zugelassen werden, prognostiziert der Chef des CAR-Instituts an der Uni Duisburg-Essen in einer Analyse die manager-magazin.de vorliegt. Die einst führende sogenannte Fließheck-Limousine kam im ersten Halbjahr auf 28,1 Marktanteil.

Mittlerweile aber polarisiere auch keine andere Autoklasse auf Deutschlands Straßen so sehr die Menschen wie die teils bulligen PS-Protze, erzeugten die Gefährte gar "Hass und Begeisterung" in der Bevölkerung, habe der Experte festgestellt. Verbote für SUV in Städten würden verstärkt thematisiert. Das Marken-Image sei gefährdet.

Dabei verbrauchen die SUV im Schnitt gar nicht so viel mehr Sprit als andere Wagenklassen, wie die Studie zeigt. Gleichwohl bricht Dudenhöffer mit einem bemerkenswerten Vorschlag ein Tabu: "In Deutschland könnte es Sinn machen, diese Modelle nicht anzubieten. Es wäre eine Möglichkeit, um mehr Glaubwürdigkeit in der Klimadebatte zu erzielen", schreibt der Experte insbesondere mit Blick auf die in Deutschland überwiegend verkauften Diesel-Varianten.

Dieser Schritt brächte auch spezifische Vorteile für die Anbieter. Da in den USA der Diesel in dieser Klasse so gut wie nicht existiere, würde ein Verzicht auf Dieselmotoren bei den "Monster"-SUV einerseits Entwicklungskosten einsparen und zugleich die soziale Akzeptanz der Premiumhersteller steigern können, glaubt Dudenhöffer.

Ob die soziale Akzeptanz der Premium-Hersteller so niedrig ist, wie die Aussage erscheinen lässt, bedürfte sicher noch eines stichhaltigen Nachweises. Auch bliebe abzuwarten, ob sich das Image der Premiumhersteller mit einem Verzicht auf eine in Deutschland eben sehr beliebte Wagenklasse deutlich heben ließe.

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