China-Geschäft voll konsolidiert BMW fährt 10,2 Milliarden Euro Gewinn ein

Der volle Zugriff auf das China-Geschäft zahlt sich für BMW aus. Gewinn und Umsatz steigen deutlich im ersten Quartal. Die Gewinnmarge ohne das China-Geschäft liegt bei 13,2 Prozent.
Produktion in China: BMW hat die Mehrheit am chinesischen Gemeinschaftsunternehmen mit Brilliance und rechnet das Geschäft nun voll ein

Produktion in China: BMW hat die Mehrheit am chinesischen Gemeinschaftsunternehmen mit Brilliance und rechnet das Geschäft nun voll ein

Foto: Pan Yulong / Xinhua / IMAGO

Die Vollkonsolidierung des China-Geschäfts hat beim Münchner Autobauer BMW zu einem deutlichen Umsatz- und Gewinnwachstum im ersten Quartal geführt. Hinzu kam die weiterhin hohe Nachfrage nach Premiumfahrzeugen, welche die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen nach oben treibt. "Die Stärke und die Resilienz der BMW Group zeigen sich gerade in einem herausfordernden Umfeld", sagte BMW-Chef Oliver Zipse (58). Die BMW-Aktie  klettert im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um 2,3 Prozent.

BMW hatte im Februar grünes Licht für die seit längerem geplante Übernahme der Mehrheit am chinesischen Gemeinschaftsunternehmen mit Brilliance erhalten. Dadurch kommt es zu einem Buchgewinn in Milliardenhöhe. BMW kann nach der Übernahme die Zahlen in China voll konsolidieren.

Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 16,3 Prozent auf 31,1 Milliarden Euro, der Betriebsgewinn legte um 12,1 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro zu. Der Konzernüberschuss schnellte sogar auf 10,2 Milliarden Euro nach oben und lag damit mehr als dreimal so hoch wie vor Jahresfrist.

Die Gewinnmarge im Autogeschäft lag bei 8,9 Prozent. Ohne die Effekte der BBA-Vollkonsolidierung seien es sogar 13,2 Prozent gewesen, sagte Finanzvorstand Nicolas Peter (60): "Hier zeigt sich die Stärke unseres Kernsegments im ersten Quartal – insbesondere angesichts der schwierigen Umfeldbedingungen."

Dabei spielt einerseits die anhaltende Chipkrise eine Rolle, wegen der auch BMW zuletzt die Produktion im Werk in Regensburg drosseln musste. Aktuell werde mit einer ersten Entspannung der Situation frühestens im Laufe des zweiten Halbjahres 2022 gerechnet, erklärte das Unternehmen. Dazu kommen die steigenden Preise auf den Energie- und Rohstoffmärkten. "Der Krieg in der Ukraine und der Anstieg der Inflationsrate könnten diese Entwicklung weiter verschärfen." An der Prognose halte das Unternehmen vorerst fest. "Unabhängig davon bleibt die Situation unsicher. Dies erschwert eine genaue Prognose für das Jahr 2022 deutlich."

rei/Reuters