Daimler-Beteiligung übernimmt Havn Limousinen-Fahrdienst Blacklane kauft sich in London ein

Der Berliner Limousinenservice Blacklane übernimmt den Londoner Premiumtaxidienst Havn - die Daimler-Beteiligung setzt damit künftig ganz auf Elektroautos in der britischen Metropole.
Selbstverständlich mit Maske: Der Limousinenservice Blacklane bietet gehobene Chauffeurdienste an und expandiert jetzt mit einem Zukauf in London

Selbstverständlich mit Maske: Der Limousinenservice Blacklane bietet gehobene Chauffeurdienste an und expandiert jetzt mit einem Zukauf in London

Foto: Blacklane

Der deutsche Limousinenservice Blacklane , an dem Daimler mit knapp 30 Prozent größter Anteilseigner ist, hat die Mehrheit an dem Chauffeurdienst Havn erworben. Der App-basierte Londoner Fahrdienst wurde im September 2019 von Jaguar Land Rover gegründet, doch die Briten müssen in der Krise sparen. Blacklane ist bereits seit 2013 in London aktiv. Mit dem Deal wollen beide Dienste ihr Ziel eines rein elektrischen Transports weiter vorantreiben, wie ein Blacklane-Sprecher auf Anfrage von manager magazin am Dienstag erläuterte. Angaben zum Kaufpreis machte er nicht.

Carsharing- oder Shuttledienste gelten zwar als Treiber der neuen Mobilität, noch sind die meisten Anbieter aber mit Benzin- und Dieselmotoren unterwegs. Doch es bewegt sich etwas: Freenow, die gemeinsame Mobilitätsplattform von BMW und Daimler, will bis 2025 die Hälfte seiner Fahrten vollelektrisch anbieten, bis 2030 sollen dann alle Fahrten elektrisch sein. Auch Blacklane will umsatteln und mit Havn zugleich wichtige Erfahrungen sammeln.

"Die vollelektrische Flotte von Havn wird uns Einblicke in den täglichen Betrieb von Elektrofahrzeugen in einer der verkehrsreichsten Städte der Welt geben", sagte Sprecher Adam Parken. Es gehe auch darum zu lernen, wie sich eine Elektroflotte für innerstädtische Kurz- und Mittelstreckenfahrten und Flughafentransfers sowie Langstreckenfahrten zwischen Städten am besten managen lässt.

Vollelektrisch ist Blacklane bislang mit den Tesla-Modellen X und S unterwegs. Künftig will das Unternehmen auch die beiden Elektromodelle Mercedes-Benz EQC und EQV des Investors Daimler sowie den Audi E-tron mit in die Flotte aufnehmen. Durch Havn wird künftig auch der Jaguar I-Pace mit im Angebot sein.

Das in Berlin ansässige Start-up Blacklane wurde 2011 gegründet und bietet in mehr als 300 Städten in 50 Ländern gehobene Chauffeuerdienste auf Abruf an. Wie Taxiunternehmen oder andere Wettbewerber hat auch Blacklane stark unter der Covid-19-Pandemie gelitten, zumal Flughafentransfers als eine wesentliche Erlösquelle fast ganz wegfielen. Im Oktober 2020 startete das Unternehmen einen Intercity-Reiseservice, um wegbrechendes Geschäft zum Teil zu ersetzen und das Angebot auszuweiten. Anstatt Züge oder Busse zu besteigen, buchen Kunden dann einen Fahrer, der sie von Stadt zu Stadt bringt.

Das Geschäft von Blacklane scheint sich zu erholen

2019 soll Blacklane erstmals einen dreistelligen Millionenumsatz eingefahren haben. Zahlen zum vergangenen Jahr oder Fahrgästen nennt das Unternehmen nicht. Auf dem Höhepunkt der Krise brachen die Erlöse nahezu komplett weg, räumt der Sprecher aber ein. "Seitdem hat sich der monatliche Umsatz in einigen unserer Top-Städte fast vollständig erholt, als die Beschränkungen aufgehoben wurden", sagt Parken. In Städten, in denen die Einschränkungen weiterhin bestehen, erwirtschafte der Dienst jetzt zwischen 25 und 50 Prozent des üblichen Geschäfts.

Blacklane hat nach Informationen von "Forbes"  bislang rund 77 Millionen US-Dollar von Investoren eingesammelt, darunter eben Daimler. Der Deal mit Havn ist nicht die erste Übernahme. 2017 hatte Blacklane Solve erworben, einen Flughafen-Service in den USA. Das Berliner Start-up will nach früheren Aussagen von Unternehmenschef Jens Wohltorf in den kommenden zwei Jahren den Sprung an die Börse wagen.

rei
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