Donnerstag, 9. April 2020

SUV für Indien Dieser Renault dürfte die VW-Strategen schocken

Billigautos großer Autokonzerne: Auf diese Low-Cost-Autos muss VW neidisch sein
Renault

2. Teil: Auch Tatas Nano bekommt eine zweite Chance

Das alles sind kleine Details, die künftigen Kunden das Gefühl geben sollen, in einem modernen Auto zu sitzen - und eben nicht in einem supergünstigen Einstiegsfahrzeug. Denn gerade in Indien sind Autokäufer durchaus statusbewusst, wie der Tata-Konzern mit seinem Billig-Kleinwagen Nano erfahren musste. Das Auto war zwar mit rund 2300 Euro Einstiegspreis sehr günstig, zum Markterfolg hat es trotzdem nicht gereicht.

Denn viele Inder finden den eigentümlich designten Nano schlicht hässlich und zu eng - und vor allem sozial inkompatibel. Wer in dem Subkontinent sozial aufsteigt, will schlicht nicht im Billigheimer Nano vorfahren, sondern in einem etwas prestigeträchtigeren Modell - auch wenn es ein teils nur wenige hundert Euro teureres Modell von Suzuki Maruti ist.

Auch Tata denkt nun bei seinem Nano um: Gestern haben die Inder die zweite Generation ihres Nano vorgestellt, die nun Nano Gen X heißt. Der Nachfolger geht nun mit einem optionalen Automatikgetriebe an den Start, die Motoren sind kräftiger, der Kofferraum und Benzintank größer. Die Karosserie ist nun steifer, der Innenraum mit einer neuen Instrumententafel etwas hübscher, äußerlich hat Tata das Design mit ein paar zusätzlichen Knicken und einem neuen Kühlergrill deutlich nachgearbeitet.

Das alles macht das Auto etwas teurer, die billigste Version kostet nun umgerechnet 3200 Euro - und Tata wird das Auto künftig nicht mehr als Billigheimer, sondern als Einstiegsmodell bewerben.

Ist VW mit seinen Plänen zu spät dran?

Der Nano-Relaunch und Renaults Kwid-Vorstoß zeigen, dass das Segment der Billigautos gut besetzt und heftig umkämpft ist. Denn längst haben auch andere Autoriesen besonders günstige Modelle an den Start gebracht: Hyundai ist mit seinem Billig-Kleinwagen Eon in Indien ziemlich erfolgreich, Toyota setzt den Koreanern das Modell Etios Liva entgegen. Nissan hat seine Traditionsmarke Datsun als Billigauto wiederbelebt, sich in Indien aber wegen eines übel ausgefallenen Crashtests bisher kaum behaupten können.

Gegen den Platzhirsch Maruti Suzuki kommen die internationalen Autoriesen in Indien noch nicht an - doch immerhin haben sie in dem als schwierig geltenden Automarkt bereits richtig günstige Modelle am Start.

Volkswagen, der zweitgrößte Autohersteller der Welt, hat das bisher nicht geschafft. Denn mit richtig günstig tun sich die Wolfsburger offenbar nach wie vor schwer. Wenn Volkswagen in ein bis zwei Jahren sein Budget Car an den Start bringt, werden die Wolfsburger jedenfalls ziemlich spät dran sein. Immerhin bleibt ihnen ein kleiner Trost: Auch der US-Konkurrent General Motors tut sich mit Billigautos schwer. Die Amerikaner versuchen es mit einer Kooperation mit dem chinesischen Partner BAIC - und der eigenen Billigmarke Baojun. Deren Verkaufszahlen haben sich zuletzt vervierfacht - allerdings von einem ziemlich niedrigen Niveau.

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