Sonntag, 19. Januar 2020

Elektroautos bedrohen Wertschöpfung in Deutschland Der brisante Milliardenpoker um die Batteriefabriken

Geplante Batteriemodul-Fabrik von Daimler in Kamenz (Sachsen)

2. Teil: Wie wichtig sind Batterien für das Auto der Zukunft?

So wie es derzeit aussieht: Extrem wichtig. Aufgrund politischer Vorgaben müssen Hersteller nach und nach immer sauberere Fahrzeuge bauen. Da Effizienzsteigerungen bei Autos mit Benzin- oder Dieselmotor jedoch nur begrenzt möglich sind und die Abgasreinigung teuer ist, setzen die Konzerne zunehmend auf Elektroautos. Diese werden billiger und besser.

Sowohl reine Batteriefahrzeuge, als auch Brennstoffzellen-Elektroautos oder Hybridwagen brauchen größere oder kleinere Akkus. Auch moderne Wagen mit Verbrennungsmotor werden zunehmend mit Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet, die Bremsenergie aufnehmen und ein Bordnetz mit 48 Volt speisen können.

Im vergangenen Jahr fragten Autohersteller laut Angaben der Unternehmensberatung Roland Berger Lithium-Ionen-Batterien mit einer Kapazität von 11,3 Gigawattstunden (GWh) nach. Bereits im Jahr 2020 soll sich der Wert auf knapp 80 GWh erhöhen. Und fünf Jahre später sind es der Prognose zufolge gut 250 GWh, was dann einem Weltmarkt von etwa 20 Milliarden Euro entspräche.

Roland Berger veranschlagt für 2025 einen Batteriezellenpreis von 80 Euro pro Kilowattstunde Speichervermögen. Derzeit liegen die Kosten bei etwa 140 bis 150 Euro pro Kilowattstunde. Die Batteriezellen in einem Elektroauto hätten 2025 - je nach Größe - immer noch einen Wert von 3000 bis 9000 Euro - und blieben der bei weitem teuerste Teil des Autos.

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