Donnerstag, 12. Dezember 2019

Autobauer sind größte Kundengruppe Schwäche der deutschen Autoindustrie erreicht auch BASF

Lack-Prüfung bei Porsche: Mit einem Umsatz-Anteil von knapp 20 Prozent zählen die Autobauer zu den wichtigsten Kunden von BASF

Die schwächelnde Automobilindustrie macht auch dem deutschen Chemieriesen BASF Börsen-Chart zeigen zu schaffen. Im Bereich Coatings sollen deshalb am Standort Münster bis Ende 2021 bis zu 200 Stellen abgebaut werden, wie der Chemiekonzern am Donnerstag mitteilte. Erreicht werden soll das über natürliche Fluktuation und ein freiwilliges Abfindungsprogramm. Der Schritt sei Teil eines weltweiten Programms zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit des Bereichs Coatings, der unter anderem Fahrzeug- und Autoreparaturlacke sowie Bautenanstrichmittel herstellt.

In Münster liegt der weltweite Hauptsitz des Unternehmensbereichs. Insgesamt sind dort 2400 der weltweit 11.000 Coatings-Mitarbeiter beschäftigt. 2018 setzte BASF in dem Bereich rund 3,86 Milliarden Euro um, das sind gut sechs Prozent des Gesamtumsatzes.

Die Automobilindustrie ist mit einem Umsatzanteil von knapp 20 Prozent die größte Kundengruppe von BASF. Eigentlich war das Unternehmen für dieses Jahr von einer leichten Erholung der Autoindustrie ausgegangen, nachdem Ende vergangenen Jahres auch eine deutlich nachlassende Nachfrage von chinesischen Kunden aus der Autoindustrie für Bremsspuren bei BASF gesorgt hatte.

Nachfrage der Autobauer hat sich weiter abgeschwächt

Denn auch im ersten Quartal hatte sich die Nachfrage aus der Autoindustrie abgeschwächt. Bei seiner Prognose für das laufende Jahr setzt die BASF aber unter anderem auf eine Erholung bei dieser wichtigen Kundengruppe. Für 2019 rechnet BASF bislang mit einem leichten Umsatzplus von bis zu fünf Prozent. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) soll um ein bis zehn Prozent zulegen, wobei das untere Ende der Spanne als realistischer eingeschätzt wird.

"Wir nehmen derzeit keine Anpassungen unserer Annahmen vor und beobachten die aktuelle Entwicklung und deren Auswirkungen auf BASF", erklärte ein Sprecher. BASF-Aktien waren dennoch einer der größten Verlierer im Dax mit einem Minus von rund 0,8 Prozent.

Die deutschen Autobauer haben nach Jahren der Rekordmeldungen derzeit wenig zu feiern. Kaum müssen die für die deutsche Volkswirtschaft so wichtigen Unternehmen viele Milliarden in Elektroantriebe, Batterietechnik und Vernetzung im Auto stecken, da brechen ihnen lange Zeit verlässliche Märkte regelrecht weg.

Volkswagen Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen hatten Anfang der Woche für ihre Kernmarken VW und Mercedes-Benz am Mittwoch weitere Rückgänge beim Autoverkauf rund um den Globus gemeldet. Experten sind in Sorge, dass die Autoproduktion dieses Jahr drastisch sinken wird. Lediglich BMW verzeichnete auf Jahressicht ein leichtes Absatzplus.

In China, früher ein Wachstumsgarant, herrscht nach mehr als 20 Jahren Boom nun seit bereits zwölf Monaten Tristesse. Die Autokäufer reagieren weiter sensibel auf die Zollstreitigkeiten zwischen den USA und Peking, außerdem wächst die Wirtschaft im Reich der Mitte ebenfalls nicht mehr so rasant wie früher.

la/reuters

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung