Samstag, 14. Dezember 2019

Nach Kritik von Miteigentümer an Sparkurs Autozulieferer Brose ersetzt Chef - nach nur zwei Jahren

Logo des Autozulieferers Brose, der sich ein heftiges Sparprogramm verordnet hat und nun auch den Chef wechselt
imago images/Steinach
Logo des Autozulieferers Brose, der sich ein heftiges Sparprogramm verordnet hat und nun auch den Chef wechselt

Der fränkische Autozulieferer Brose tauscht nach zwei Jahren erneut seinen Chef aus. Zum Jahreswechsel soll Ulrich Schrickel den Vorsitz der Geschäftsführung übernehmen, wie das Familienunternehmen mitteilte.

Der 53-Jährige war erst im August von Bosch zu Brose gekommen, wo er seither für die größte Sparte, den Bereich Tür, zuständig ist. Schrickel löst als Brose-Chef Kurt Sauernheimer ab, der mit 60 Jahren nach 32 Jahren bei Brose in den Ruhestand geht.

Erst Mitte Oktober hatte der Spezialist für Autotüren und -sitze angekündigt, in Deutschland 2000 von rund 9000 Stellen zu streichen. Auch im Ausland, wo Brose 17.000 Menschen beschäftigt, werde es Anpassungen geben.

Sauernheimer hatte von "massiven Ergebniseinbrüchen" wegen des rückläufigen Marktes in China und des Preisdrucks berichtet. Der Umsatz stagniert in diesem Jahr bei 6,3 Milliarden Euro.

Miteigentümer Michael Stoschek hatte danach in einem Interview auch das Management kritisiert: "Ich vermisse in vielen Teilen unserer Organisation das Unternehmertum. Schnelle, klare, auch mutige Entscheidungen und keine Bürokratie und Politik." Die Geschäftsführung wisse, "dass Einiges aus dem Ruder gelaufen ist".

wed/dpa

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