Zu viele Probleme Autozulieferer Borgers meldet Insolvenz an

Der Autozulieferer Borgers steht schon länger unter Druck. Nun haben sich die Auseinandersetzungen zwischen den Banken und dem Großkunden Volkswagen über die Verteilung der Lasten offenbar zugespitzt – das Unternehmen musste Insolvenz anmelden.
Gang zum Amtsgericht: Das Unternehmen Borgers hat Insolvenz angemeldet.

Gang zum Amtsgericht: Das Unternehmen Borgers hat Insolvenz angemeldet.

Foto: Lino Mirgeler / dpa

Der nordrhein-westfälische Autozulieferer Borgers hat Insolvenz angemeldet. Der Düsseldorfer Rechtsanwalt Frank Kebekus sei zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt worden, bestätigte seine Kanzlei am Montag. Die "Wirtschaftswoche" hatte zuerst über die Pleite berichtet.

Das Unternehmen mit rund 6000 Mitarbeitern steckt seit Jahren in der Krise. Das Traditionsunternehmen aus Bocholt produziert Verkleidungen, Dämpfungen und Isolationen aus Naturfasern und Kunststoffen und zählt Volkswagen zu seinen größten Kunden. 2020 hatte Borgers bei einem Umsatz von 660 Millionen Euro im Konzern 68 Millionen Euro Verlust erwirtschaftet, neuere Zahlen liegen nicht vor.

Autozulieferer gelten angesichts der schwachen Margen und der rückläufigen Pkw-Absatzzahlen als eine der Branchen, die in der sich anbahnenden Rezession besonders insolvenzanfällig sind. Borgers ist eines der größten Unternehmen der Branche, das in die Pleite gerutscht ist.

Die Maschinenbau-Sparte mit den Töchtern Olbrich und R+S war bereits im Juni für 45 Millionen Dollar (43 Millionen Euro) an die US-amerikanische Matthews International verkauft worden. Sie stand für rund ein Fünftel des Umsatzes. Auch das Kerngeschäft mit der Autoindustrie stand zum Verkauf. Borgers wollte eigentlich bis Juli einen Käufer gefunden haben, warnte aber schon im Juni, dass der Ukraine-Krieg die Verhandlungen mit Interessenten erschwere.

Erst vor gut einem Jahr hatte Borgers seine Kredite nach der Corona-Krise neu geordnet. Laut dem Bericht der "WirtschaftsWoche" hatte Borgers schon im Jahr 2020 "sämtliche wesentlichen Aktiva" an die Kreditgeber verpfändet. Zwischenzeitlich verdüsterten sich die Aussichten weiter. Zwischen den Banken und Volkswagen sei es zu heftigen Auseinandersetzungen über die Verteilung der Lasten gekommen, hieß es in dem Bericht.

hr/dpa, reuters
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