Mittwoch, 27. Mai 2020

Wie Google & Co. Deutschlands Autobauer überholen Autonomes Fahren - Google auf Speed

Google-Auto Waymo: Alphabet und Apple konzentrieren sich auf Level 5, also die komplexeste Herausforderung des vollautonomen Fahrens. Waymo kann per "Deep Learning" aus einer einzigartigen Datenbasis schöpfen
picture alliance / Waymo/dpa
Google-Auto Waymo: Alphabet und Apple konzentrieren sich auf Level 5, also die komplexeste Herausforderung des vollautonomen Fahrens. Waymo kann per "Deep Learning" aus einer einzigartigen Datenbasis schöpfen

3. Teil: The winner takes it all: Google gibt ein warnendes Beispiel für die Autohersteller

Mit Google und Youtube hat Alphabet seine Geschäftsphilosophie bereits demonstriert: The Winner takes it all. Der Konzern ist gerade dabei, diese auf das Segment des autonomen Fahrens zu übertragen.

Sollte dies gelingen, bleiben für andere Marktteilnehmer nur noch Kooperationen, besser gesagt: Kunden- Lieferanten-Beziehungen mit den großen Technologieplayern. Hier sind General Motors mit Cruise, Apple mit dem Project Titan oder Intel Börsen-Chart zeigen mit dem vor kurzem für 15 Milliarden US-Dollar übernommenen israelischen Unternehmen Mobileye Börsen-Chart zeigen einige der wenigen noch offenen Möglichkeiten. Eine solche Kooperation birgt jedoch das Risiko, dass man auf der Reise in die Zukunft vom Beifahrersitz statt vom Fahrersitz aus nach vorne schaut.

Und da man in solchen Konstellationen meist keine wirkliche Kontrolle hat, sitzt man, ehe man sich versieht, plötzlich auf der Rückbank - und wenn es ganz dumm läuft, nämlich bei Erfolg, am Ende gar nicht mehr im Auto. "Wer unter 51 Prozent hält, darf nur zuhören", musste sich ein Minderheitsaktionär in einer Gesellschafterversammlung eines Internet-Start-ups, in dem ich tätig war, einmal vom Mehrheitsaktionär sagen lassen.

Investieren und die Führung übernehmen

Wer im Geschäft mit dem autonomen Fahren noch seinen Platz finden will, muss dieses Segment jetzt als das zukünftige Kerngeschäft erkennen und bereit sein, ähnlich viel Geld in die Hand zu nehmen wie Intel Börsen-Chart zeigen . Er muss investieren und Führung übernehmen. Die Gesellschafter der deutschen Autohersteller müssen Farbe bekennen und sich entscheiden: Wollen sie heute noch den Profit abschöpfen - und dann in Zukunft nur noch die mobile Hülle produzieren? Oder sind sie bereit, bei Investitionen in dieser Größenordnung mitzuziehen?

Wenn nicht, wäre es die bessere Strategie, das Gewinnziel von 8 auf 12 Prozent hochzuschrauben, die aktuellen Gewinne voll abzuschöpfen und anschließend ein Hardwarelieferant à la Foxconn im digitalen Spiel zu werden - mit dauerhaft niedriger Rendite und eventuell extrem begrenzter Laufzeit, versteht sich.


Alle Teile dieser Serie:
Teil 1: Mit Standgas in die Zukunft
Teil 2: Autonomes Fahren - Google auf Speed
Teil 3: So schaffen BMW, Daimler und VW den Anschluss
Teil 4: Deutschland braucht die volle Ladung
Teil 5: Strategien gegen die Uber-Macht

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