Freitag, 28. Februar 2020

Autonomes Fahren Bleibt Googles Roboterauto für immer Science-Fiction?

Autonomes Fahren: Was Googles Roboterauto alles nicht kann
Google

2. Teil: Mangelnde künstliche Intelligenz als größte Hürde

Doch die Karten und Ampeln sind bei weitem nicht das einzige Problem am Weg zum autonomen Auto. Noch können die Google-Fahrzeuge auch nicht selbständig auf einem Parkplatz oder in einer Parkgarage einparken. Auch klar gekennzeichnete Baustellen erkennen die Fahrzeuge noch nicht fehlerfrei. Die Videokameras der Autos lassen sich - wie menschliche Augen auch - von Gegenlicht blenden und können dann teils Ampellichter nicht mehr korrekt interpretieren.

Roboterautos können auch nicht unterscheiden, ob nun ein zusammengeknülltes Zeitungspapier oder ein Steinbrocken auf der Straße liegt, und umfahren beides. Diese Unzulänglichkeiten hat Google gegenüber Gomes zugegeben.

Gomes fragte auch nach, ob Googles Roboterautos etwa zwischen dem Blinklicht eines Rettungsfahrzeugs und eines Müllwagens unterscheiden können. Zudem wollte Gomes wissen, ob die Autos in eine Art Vorsichtsmodus schalten, wenn sie an einem Spielplatz vorbeifahren und ein Kind einen Ball auf die Straße wirft. Zu solchen kritischen Fragen wollte der Internetkonzern keine Auskunft geben.

"Jedes unfertige Stück Technologie, und dazu zählen auch die Google-Prototypen, haben viele unerledigte Posten auf ihren To-Do-Listen stehen", schreibt Gomes. Doch das größte Problem des Google-Autos sei eine Frage, die sich Wissenschaftler schon seit der Entstehung des Computers stellen: Wie kann man Maschinen mit jener Art von Alltagswissen ausstatten, das Menschen von Kindheit an erwerben und nutzen?

Maschinen mit Menschenverstand sind noch pure Science-Fiction

Google verspreche der Welt ein Auto, das komplett ohne Fahrer auskommen soll. Dafür müssen die Autos aber nicht nur die offensichtlichen Aufgaben des Fahrens beherrschen - sondern auch mit unerwarteten Situationen auf überfüllten Straßen oder Autobahnen zurechtkommen.

Von Maschinen mit gesundem, künstlichen Menschenverstand träumen Forscher seit Jahrzehnten - doch diese Vorstellung wird noch lange ein Traum bleiben, schreibt Gomes. Diese Art des logischen Denkens werde man in Computern noch lange nicht sehen, meint ein auf autonomes Fahren spezialisierter Forscher gegenüber Gomes. Dass ein völlig selbstfahrendes Auto bald auf den Markt komme, sei deshalb pure Science-Fiction.

Teilweise autonomes Fahren wird zwar schon in wenigen Jahren zum Standard in Neuwagen gehören, gibt auch Gomes zu. So werden Autos bald etwa auf Autobahnstücken selbst Tempo, Abstand und Spur halten. Doch das sei noch weit entfernt davon, einen echten Computer-Chauffeur nach Google-Vision an Bord zu haben.

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