Selbstfahrende Shuttles Wo Google die letzten Schlingen beim autonomen Fahren löst

Fahrzeug aus Waymos Testflotte selbstfahrender Autos: Künftig ohne menschlichen "Kontrollfahrer" unterwegs

Fahrzeug aus Waymos Testflotte selbstfahrender Autos: Künftig ohne menschlichen "Kontrollfahrer" unterwegs

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Selbstfahrende Autos: Wie weit die Hersteller beim autonomen Fahren sind

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Außen sind sie polarweiß, der Dachaufabauerinnert optisch an einen Zusatztank samt Signallicht. Innen sind die geräumigen Chrysler-Minivans, die Googles Selbstfahr-Tochter Waymo durch Phoenix, Arizona fahren lässt, künftig nochmal leerer als bisher. Denn der Fahrersitz der Testwagen bleibt in Zukunft frei - vorerst nur im Gebiet von Chandler, einem Vorort von Phoenix.

In der Millionenstadt testet Googles Selbstfahr-Tochter Waymo seit vergangenem Jahr, wie Stadtbewohner Fahrten mit autonom fahrenden Fahrzeugen annehmen. Bislang saßen in den mit Selbstfahr-Technik und Lidar-Sensoren aufgerüsteten weißen Chrysler-Pacifica-Minivans menschliche Kontrollfahrer am Fahrersitz. Sie sollten eingreifen, falls Kollege Computer eine falsche Entscheidung traf. Doch damit ist nun Schluss.

Wie Waymo-Chef John Krafcik nun bekanntgab, werden die selbstfahrenden Minivans in einem Vorort von Phoenix ohne menschlichen Kontrolleur an Bord starten . Sie werden also komplett selbst und ohne menschliche Überwachung an Bord fahren - mit menschlichen Passagieren auf den Fonds-Plätzen.

Das klingt nach einer kleinen Änderung, ist aber für die Branche ein ziemlich großer Schritt. Denn Google ist damit das erste Unternehmen, dass seine Selbstfahr-Technologie auf öffentlichen Straßen und ohne Kontrollfahrer testet. Der Konzern will so auch zeigen, dass seine Selbstfahr-Technologie so weit ist, dass sie in fast allen Situationen einwandfrei funktioniert. Level-4-Autonomie heißt das in der Branche. Vom vollautonomen Fahren auf Level 5, bei dem Menschen in keiner Situation mehr eingreifen müssen, ist zwar die gesamte Branche noch einige Jahre entfernt.

Phoenix ist aus mehreren Gründen eine kluge Wahl

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Doch Googles Flottentest zeugt von viel technischem Selbstvertrauen - und guter Vorbereitung. Denn Google hat sowohl den Ort als auch den Umfang seines Tests klug gewählt.

In Phoenix herrschen ganzjährig eher milde Temperaturen und trockenes Wetter. Damit ist die Gefahr sehr gering, dass Sensoren von Regenwetter, Nebel, Schnee oder vereisten Straßen in die Irre geführt werden - und das Selbstfahr-System falsche Entscheidungen trifft. Zudem sind die Straßen in der Stadt gut ausgebaut, das Verkehrsaufkommen in dem Vorort Chandler dürfte überschaubar sein. Zunächst ist der Test auf einen kleineren Teil von Phoenix beschränkt, für den Google bereits hochauflösende 3D-Karten zur Verfügung hat.

Das Testgebiet soll aber auf die gesamte Stadt ausgeweitet werden, heißt es in einer Meldung von Waymo. Das wäre dann ein Einsatzgebiet von rund 1600 Quadratkilometer, mehr der Großraum London. Und auch die Flotte von aktuell 100 Fahrzeugen soll wachsen - in Berichten ist von bis zu 600 selbstfahrenden Waymo-Minivans die Rede.

In den kommenden Monaten, erklärt Waymo, sollen zunächst die Mitglieder von Waymos "Early Rider"-Programm Fahrten mit den selbstfahrenden Shuttles buchen können. Völlig frei zugänglich sind die Fahrzeuge also zunächst mal nicht.

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Google kündigt gleichzeitig auch den Start eines eigenen Fahrdiensts an, bei dem Kunden die Fahrzeuge per App rufen und buchen können. Das ist ein durchaus logischer Schritt nach den jüngsten Investments der Google-Tochter: So ging Waymo in diesem Jahr eine Partnerschaft mit dem Uber-Konkurrenten Lyft ein und investierte eine Milliarde Dollar in das Startup. Waymo plant auch eine mehrjährige Partnerschaft mit AutoNation, dem größten Autohändler in den USA, um die wachsende Waymo-Flotte entsprechend warten zu können.

Um Passagieren die Angst zu nehmen, den Fahrkünsten eines Computers ausgeliefert zu sein, hat sich Waymo einiges einfallen lassen.

Laut einem Demonstrationsvideo  können die Passagiere auf Monitoren genau verfolgen, wie das Selbstfahrsystem die Straßenlage aktuell "sieht" und welche Personen oder etwaigen Hindernisse es erkannt hat. Zusätzlich informieren Grafiken darüber, welche Fahrmanöver das Auto als nächstes plant und wohin es abbiegen will.

Im Plafond des Fahrzeuges gibt es zudem einen Halteknopf. Wird er gedrückt, fährt das selbstfahrende Auto an den Straßenrand. Eines können die Passagiere jedoch nicht: Von ihren Sitzen aus den Wagen auf manuelles Lenken umstellen.

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Dass der Test in Arizona stattfindet, hat neben dem guten Wetter auch rechtliche Gründe. Der US-Bundesstaat erlaubt den Test von Fahrzeugen ohne Kontrollfahrer - in vielen anderen US-Bundesstaaten oder in Europa ist das in dieser Form aktuell nicht möglich.

Volkswagen etwa will ab 2021 selbstfahrende Shuttles in mehreren Städten anbieten. Davor soll etwa in Hamburg die Selbstfahr-Technik des Konzerns getestet werden - allerdings immer mit einem "Sicherheitsfahrer" an Bord, wie VW-Digitalchef Johann Jungwirth im Interview mit manager-magazin.de erklärte.

Aktuell finden die meisten unbemannten Test von selbstfahrenden Autos noch auf abgeschlossenen Firmengeländen statt - auf öffentlichen Straßen muss in den meisten Ländern noch ein menschlicher Kontrollfahrer an Bord sein.

Mit seinem Test in Arizona legt Waymo vor allem deutschen Herstellern einiges vor. Denn Daimler, der Volkswagen-Konzern samt Audi und auch BMW erklären zwar gerne ihre Fortschritte bei der Selbstfahrtechnik. Richtig große Flottentests für ihre Selbstfahr-Technik in diesem oder im kommenden Jahr haben sie bislang noch nicht angekündigt.

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