Lizenz beantragt GM und Ford wollen Fahrzeuge ohne Lenkrad auf den Markt bringen

Bremspedal und Lenkrad? In den Fahrzeugen von General Motors und Ford soll das bald überflüssig sein. GM-Chefin Mary Barra treibt den Umbau des US-Autobauers voran.
Setzt voll auf Elektro und autonomes Fahren: GM-Chefin Mary Barra auf der Elektronikmesse CES

Setzt voll auf Elektro und autonomes Fahren: GM-Chefin Mary Barra auf der Elektronikmesse CES

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Steve Fecht / Chevrolet

Die US-Autohersteller General Motors (GM) und Ford wollen in den USA selbstfahrende Fahrzeuge ohne menschliche Bedienelemente wie Lenkräder und Bremspedale auf die Straße bringen. Die Unternehmen haben unabhängig voneinander eine Sondergenehmigung für den Einsatz einer begrenzten Anzahl autonomer Automobile eingereicht, wie aus separaten Anträgen bei der US-Verkehrssicherheitsbehörde (NHTSA) am Mittwoch hervorgeht.

Die Autobauer wollen demnach bis zu 2500 Fahrzeuge pro Jahr für Mitfahrgelegenheiten und Lieferdienste einsetzen, was der gesetzlich zulässigen Höchstgrenze für vollständig autonome Fahrzeuge in den Vereinigten Staaten entspricht. Keiner der beiden Hersteller strebe eine Genehmigung für den Verkauf selbstfahrender Fahrzeuge an Verbraucher an, heißt es in den Anträgen.

Eine Genehmigung durch die NHTSA sei ein wichtiger Schritt, autonome Technologien voranzutreiben und Bedienelemente und Anzeigen – die nur für menschliche Fahrer nützlich sind – zu eliminieren, teilte ein Ford-Sprecher mit. Das Unternehmen wolle selbstfahrende Hybrid-Fahrzeuge mit einem Verbrenner- sowie einem Elektromotor einsetzen, die "speziell für Mobilitätsdienste wie Ride-Sharing, Ride-Hailing und Paketzustellung entwickelt und zugeschnitten sind."

GM-Bus "Cruise Origin" soll autonom fahren

GM plant Konzernangaben zufolge ein autonomes Fahrzeug mit dem Namen Cruise Origin, ein Auto mit U-Bahn-ähnlichen Türen und ohne Lenkrad. Voraussetzung für die Inbetriebnahme des Wagens sei, dass alle Passagiere vor Fahrtantritt angeschnallt sind, hieß es in dem Antrag des Autoherstellers aus Detroit. GM arbeite während des Genehmigungsverfahrens weiterhin eng mit der NHTSA zusammen, um den "vollständig autonomen Cruise Origin in den kommenden Jahren auf der Straße zu sehen." Bereits im Jahr 2018 strebte GM die Zulassung eines auf dem Chevrolet Bolt basierenden Fahrzeugs ohne Lenkräder und Bremspedale an, zog den Antrag Ende 2020 allerdings wieder zurück.

Cruise Origin: Ein Bus mit U-Bahn-ähnlichen Türen – aber ohne Lenkrad

Cruise Origin: Ein Bus mit U-Bahn-ähnlichen Türen – aber ohne Lenkrad

Foto: STEPHEN LAM / REUTERS

GM-Chefin Mary Barra (60) will den Autohersteller breiter aufstellen. Bereits im Februar hatte die CEO angekündigt, bis 2025 mehr als 35 Milliarden US-Dollar zu investieren, um die Einführung neuer Elektrofahrzeuge zu beschleunigen. GM will sich vor allem auf das Segment mit günstigeren Modellen konzentrieren.

Seine über viele Jahrzehnte gehaltene Position als Nummer eins auf dem US-Markt hatte GM wegen des Halbleitermangels im vergangenen Jahr an Toyota verloren. Während der US-Konzern im vergangenen Jahr nur 2,2 Millionen Fahrzeuge absetzte, kam der japanische Rivale auf 2,3 Millionen Einheiten.

mg/Reuters
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