Mittwoch, 22. Mai 2019

Die wichtigsten US-Start-ups für autonomes Fahren Softbank steckt Milliarde in Robo-Van-Firma Nuro

2. Teil: Nuro: Lieber Lebensmittel statt Passagiere autonom fahren

Selbstfahrendes Lieferfahrzeug von Nuro, das das Startup mit der US-Supermarktkette Kroger erprobt
The Kroger Co.
Selbstfahrendes Lieferfahrzeug von Nuro, das das Startup mit der US-Supermarktkette Kroger erprobt

Das kalifornische Start-up Nuro wählte einen eher ungewöhnlichen Ansatz für seine selbstfahrenden Fahrzeuge: Statt Roboterautos für den Personentransport zu entwickeln, konzentriert sich das Jungunternehmen lieber auf selbstfahrende Zustellfahrzeuge, die wie stark verkleinerte Lieferwägen aussehen. Hinter zwei Ladeklappen an seiner Seite ist Platz zum Beispiel für mehrere Einkaufstüten oder Kartons. Die Firma startete Ende vergangenen Jahres einen ersten Lieferservice in der Stadt Scottsdale im US-Staat Arizona.

Gegründet wurde Nuro 2016 von zwei langjährigen Mitarbeitern an Googles Roboterauto-Projekt: Jiajun Zhu und Dave Ferguson. Ihre Ausgangsüberlegung: Waren in Metropolen auszuliefern ist ein leichter erreichbares Ziel für selbstfahrende Fahrzeuge als der Personentransport. Denn die regulatorischen Hürden sind deutlich geringer, wenn keine menschlichen Personen an Bord sind, und das Fahrerlebnis ist unwichtig. Dementsprechend soll Nuros erstes Modell R1 ohne menschlichen Fahrer auskommen - und sieht auch keinen Platz oder Steuerelemente für ihn vor. Die Fahrzeuge bewegen sich aber im normalen Straßenverkehr.

Diesen Ansatz findet auch der weltgrößte Techfonds Vision Fund spannend: Der vom japanischen Softbank-Konzern gestartete Fonds investiert 940 Millionen Dollar in Nuro. Bei einer vorherigen Kapitalrunde im Januar 2018 hatte Nuro 92 Millionen Dollar eingesammelt. Die Kapitalspritze des Vision Fund hebt die Bewertung von Nuro nun auf 1,7 Milliarden Dollar.

Im Video: Die brutale Mechanik hinter Vision Fund, dem größten Tech-Fonds der Welt

Foto: Jeenah Moon / Bloomberg

Nuro ist aber nicht das einzige Investment des Techfonds (Kapital von 100 Milliarden Dollar) im Bereich autonomes Fahren: Der Vision Fund hat vergangenen Mai 2,3 Milliarden Dollar in General Motors' Selbstfahr-Tochter Cruise Automation gesteckt. Zudem hält der Techfonds auch Beteiligungen an den Fahrdiensten Uber und Didi, die ebenfalls an autonom fahrenden Fahrzeugen forschen.

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