Robotertaxi-Dienst in Kalifornien geplant Autonomes Fahren - Daimler und Bosch gegen die IT-Riesen

Die beiden deutschen Konzerne haben ihre Pläne für Robotertaxen stark beschleunigt. Doch können sie den Vorreiter aus den USA noch einholen?
Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Dieter Zetsche

Der Vorstandsvorsitzende der Daimler AG Dieter Zetsche

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Der Autokonzern Daimler  und der weltweit größte Zulieferer Bosch planen, in Kalifornien autonom fahrende Fahrzeuge auf die Straße zu bringen. Im zweiten Halbjahr 2019 sollen die Tests mit den Robotertaxen starten, gaben die Unternehmen am Mittwoch bekannt - vermutlich in San Francisco. Wie groß die Flotte sein soll, verrieten die Konzerne nicht.

Der Schritt zeigt, dass die Unternehmen ihr Vorhaben deutlich beschleunigt haben. Ursprünglich hatten Daimler und Bosch das Jahr 2023 für den Start ihrer Tests im Straßenverkehr angepeilt.

Druck durch die Konkurrenz dürfte ein Grund dafür sein: Gerade zahlreiche US-amerikanische IT-Konzerne sind bereits seit Jahren dabei, ihre fahrerlosen Wagen zu testen und zu verbessern.

Allen voran ist die Alphabet-Tochter Waymo, die bereits seit neun Jahren in dem Bereich experimentiert. Analysten der Investmentbank UBS sagen voraus , dass sich das Unternehmen mit Sitz im kalifornischen Mountain View den größten Teil des Marktes sichern wird: 60 Prozent bis 2030. Bis dahin würden die Umsätze der Branche weltweit 2,8 Billionen US-Dollar betragen.

"Entwicklung des automatisierten Fahrens ist wie ein Zehnkampf"

Waymo ist das erste Unternehmen, das Kunden autonome Taxen ganz ohne Fahrer bestellen lässt. In Phoenix, Arizona, soll der Service im Laufe dieses Jahres ausgebaut werden, wie Waymo-CEO John Krafcik bei der Google-Entwicklerkonferenz ankündigte. Es hieß, Waymos gesamte Flotte würde täglich mehr Meilen zurücklegen als ein durchschnittlicher US-Amerikaner pro Jahr.

Der Staat Kalifornien hatte Versuchsfahrten ohne Fahrer Anfang April dieses Jahres unter bestimmten Bedingungen ebenfalls erlaubt. Die deutschen Konzerne Daimler und Bosch allerdings planen zunächst nicht, ihre Wagen ganz ohne Sicherheitsfahrer losrollen zu lassen. "Die serienreife Entwicklung des automatisierten Fahrens ist wie ein Zehnkampf", sagte Bosch-Produktbereichsleiter Stephan Hönle. Es reiche nicht, nur eine oder zwei Disziplinen zu beherrschen.

Vorsichtig mit ihren Aussagen müssen die forschenden Unternehmen sein - spätestens seit ein Testfahrzeug des Mobilitäts-Start-ups Uber in Arizona eine Fußgängerin erfasste, die an den Folgen des Unfalls starb. Einige Anbieter wie Uber selbst oder auch zeitweise Toyota hatten daraufhin ihre Tests gestoppt.

USA: Tests schon in mehr als 40 Städten

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Neben diesen Unternehmen verfügen noch zahlreiche andere Anbieter über Lizenzen, um ihre autonom fahrenden Wagen in den USA zu testen. Eine solche Genehmigung muss die jeweilige lokale Regierung erteilen. Im US-Bundesstaat Kalifornien gibt es laut dem zuständigen Kontrollgremium "Department of Motor Vehicles" (DMV) insgesamt 56 Erlaubnisinhaber.

Die meisten Fahrzeuge - 104 Stück - darf dabei General Motors  Tochterunternehmen Cruise testen. Darauf folgt Apple  mit einer Genehmigung für 55 autonom fahrende Autos. Die Ambitionen des iPhone-Konzerns bestätigte Chef Tim Cook erst vergangenen Sommer offiziell. Neben Waymo (51 Autos) sind dann noch Tesla  (39) und das kalifornische Start-up Drive.ai (14) unter den Top Fünf.

Weitere aktive Player in dem Bundesstaat sind beispielsweise der chinesische Suchmaschinen-Riese Baidu, das E-Auto-Start-up Faraday Future oder der Chip-Hersteller Nvidia.

Bewegung in Deutschland

Ein globaler Atlas  von Bloomberg zeigt, dass in den USA autonome Fahrzeuge und Nahverkehrslösungen mittlerweile in mehr als 40 Städten getestet werden - von San Jose über Houston, Texas, bis nach Tampere in Florida.

In Deutschland gibt es laut Bundesverkehrsministerium  innerstädtische Versuche in Berlin, Hamburg, Dresden, Düsseldorf und Kassel.

Es werden immer mehr sogenannte digitale Testfelder eingerichtet, in welchen Autohersteller, Wissenschaftler und Telekommunikationsfirmen experimentieren. Dazu gehört beispielsweise ein Teil der A9 zwischen München und Nürnberg, wo die computergesteuerten Wagen und die notwendige Infrastruktur untersucht werden. Die deutsche und französische Regierung haben außerdem vereinbart, autonomes Fahren grenzübergreifend zu erforschen.

Komplett fahrerlose Tests sind in Deutschland im Verkehr noch nicht erlaubt.

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