Start-up Five Bosch kauft Software-Entwickler für das autonome Fahren

Bosch hat das passende Puzzlestück für die Weiterentwicklung des automatisierten Fahrens gefunden: Der Autozulieferer übernimmt das britische Start-up Five und will so seine Softwareentwicklung rasch voranbringen.
Das Start-up Five hat laut britischen Berichten Expertise in den Bereichen Cloud-Software, Sicherheit, Robotik und maschinelles Lernen für autonomes Fahren nach SAE Level 4 entwickelt

Das Start-up Five hat laut britischen Berichten Expertise in den Bereichen Cloud-Software, Sicherheit, Robotik und maschinelles Lernen für autonomes Fahren nach SAE Level 4 entwickelt

Foto: Bosch

Der Autozulieferer Bosch stärkt seinen Bereich rund um das selbstfahrende Auto mit dem Zukauf eines Softwareentwicklers. Dazu wurde das 140 Mitarbeiter zählende britische Start-up Five übernommen, wie Bosch am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Kartellbehörden müssen dem Geschäft noch zustimmen. Zuvor hatte das "Handelsblatt"  berichtet.

Five hat seinen Hauptsitz in Cambridge. Bosch-Geschäftsführer  Markus Heyn (57) sagte, automatisiertes Fahren solle den Straßenverkehr vor allem noch sicherer machen. "Dafür wollen wir mit Five in der Software-Entwicklung weiter Fahrt aufnehmen und unseren Kunden Technik 'made in Europe' anbieten." Bei der Entwicklung des automatisierten Fahrens komme es auch auf die Größe an. Bosch sei ein weltweit führender Anbieter in der Fahrerassistenz und verfüge über Schlüsseltechnologien und große Mengen an Daten, die für die Markteinführung sicherer selbstfahrender Systeme unerlässlich sein werden.

Five wurde 2016 gegründet und hat laut Mitteilung ein Team von Experten in den Bereichen Cloud-Software, Absicherung, Robotik und maschinelles Lernen aufgebaut. Das Start-up sei das passende Puzzlestück für die Entwicklungsaktivitäten des Technologiekonzerns, sagte Bosch-Manager Mathias Pillin.

Erst vor wenigen Wochen wurde der Digitalkartenspezialist Atlatec übernommen. Hochexakte digitale Karten gelten neben den Sensoren für das Umfeld wie Kameras und Radar bei den selbstfahrenden Fahrzeugen als wichtige Hilfe bei der Orientierung. Bosch ist damit das einzige Unternehmen, das alle Bausteine des automatisierten Fahrens aus einer Hand anbietet – von Aktoren, Sensoren und Karten bis hin zu Software und Entwicklungsumgebung.

Erst kürzlich hatten Bosch und der VW-Konzern erklärt, dass sie auf dem Weg zum selbstfahrenden Auto die nächsten Schritte gemeinsam angehen. In einer Kooperation soll eine Softwareplattform entstehen, die zunächst teil- und hochautomatisierte Funktionen massentauglich macht. Dies könne die Basis für komplexere Anwendungen bis hin zum voll automatisierten Fahren schaffen, kündigten beide Partner an.

Volkswagen befindet sich beim Thema automatisiertes Fahren im Wettlauf mit US-Branchengrößen wie Tesla und Apple, die mit ihren Projekten den Angriff auf die deutsche Autoindustrie fortsetzen. Vor allem Tesla ist derzeit dabei, die Gesetze der Autoindustrie neu zu definieren.

rei/DPA