Kurseinbruch um 33 Prozent Zulieferer Leoni schockt die Autobranche

Von mm-newsdesk
Produktion bei Leoni: Der Kabel- und Bordnetzhersteller kann seine Gewinnziele nicht halten - und sorgt damit für Verunsicherung in der gesamten Autoindustrie

Produktion bei Leoni: Der Kabel- und Bordnetzhersteller kann seine Gewinnziele nicht halten - und sorgt damit für Verunsicherung in der gesamten Autoindustrie

Foto: Daniel Karmann/ picture-alliance/ dpa

Der Kabelhersteller und Autozulieferer Leoni  hat mit seiner Gewinnwarnung für einen Schock in der Autobranche gesorgt. Die Aktien verloren am Dienstag bis zum Xetra-Schluss rund 33 Prozent an Wert und zogen die Papiere zahlreicher anderer Zulieferer und Hersteller mit nach unten. Die Franken hatten am Vorabend ihre Prognosen für das laufende und das kommende Jahr gekippt.

Leoni hatte wegen gestiegener Kosten im Bereich Bordnetz-Systeme seine Ergebnisziele für 2015 und 2016 kassiert. "Die Gewinnwarnung kommt überraschend, nachdem das Unternehmen vor rund drei Wochen noch den Ausblick für 2015 als auch 2016 bestätigt hat", betonte DZ-Bank-Experte Michael Punzet. Die Aktien stürzten um rund ein Drittel - der höchste Tagesverlust in der Geschichte des Unternehmens - und notierten mit 35,55 Euro so tief wie seit zwei Jahren nicht mehr.

Auch Continental gerät unter Druck

Dadurch gerieten andere Zulieferer ebenfalls unter Verkaufsdruck. Continental  , ElringKlinger, Hella, Grammer, Valeo und GKN gaben bis zu 4,3 Prozent nach.

Diesem Trend konnten sich auch die Fahrzeug-Hersteller nicht entziehen. BMW  , Daimler  , Volkswagen  , Peugeot, Renault  und Fiat büßten jeweils zwischen 2 und 4 Prozent ein. Der Dax verlor mehr als 1 Prozent an Wert.

Leoni begründete die Prognosekürzung mit Schwierigkeiten im Geschäft mit Bordnetzen. So müsse das Unternehmen einerseits neue Projekte im laufenden Jahr wegen der akuten Nachfrage der Autobauer schneller hochfahren als geplant, wovon insbesondere die Werke in Rumänien und Serbien betroffen seien.

Andererseits erfasst nun auch die Automarktschwäche in China den Zulieferer. Rentable Projekte dort seien früher weggefallen als erwartet, erklärte ein Firmensprecher. Er räumte auch strukturelle Defizite ein: "Wir haben leider noch nicht die Effizienz, wie wir sie haben müssen."

Ziel von 200 Millionen Euro Vorsteuergewinn nicht zu erreichen

Daher seien 2015 beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) die angepeilten 200 Millionen Euro nicht zu erreichen, teilte Leoni mit. Der Umsatz werde aber wie erwartet bei 4,3 Milliarden Euro liegen. Im kommenden Jahr würden die Erlöse auf nur rund 4,6 anstatt der geplanten 4,8 Milliarden Euro steigen. Die anvisierte operative Marge von sieben Prozent werde deutlich unterschritten. Erst Mitte September hatte Leoni seine Ziele für 2016 wegen des Verkaufs der Hälfte an seinem chinesischen Bordnetz-Werk gesenkt.

Leoni kündigte an, auf die immer komplexer werdende Steuerung globaler Projekte zu reagieren. Es werde derzeit ein Maßnahmenbündel geschnürt, um die Rendite im Bordnetzgeschäft zu stützen. Details dazu wollen die Nürnberger am 10. November mit der Vorlage ihres Quartalsberichts nennen.

la/dpa/reuters
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