Freitag, 22. November 2019

Laut Studie kein Umdenken im Jahr des Dieselskandals Autobauer frisieren Spritverbrauchs-Werte wie nie zuvor

Tankanzeige im Cockpit eines Pkw: Verbrauchsangaben ohne Nutzwert

2. Teil: Deutsche Autoindustrie zieht ICCT-Werte in Zweifel

Auch die deutsche Autoindustrie als ganzes kündigt baldige Besserung an. Dass es grundsätzliche "ärgerliche Unterschiede zwischen Labor- und Straßenwerten" gebe, sei seit langem klar, hieß es am Donnerstag aus dem Verband VDA in Berlin. Die ab 2017 geplanten Straßenmessungen und genaueren Bedingungen für Prüfstandstests würden solche Diskrepanzen verringern. "Der Verbraucher bekommt mehr Verlässlichkeit."

Man habe sich schon seit Jahren für eine Reform der Messverfahren bei Abgasen und Verbrauch eingesetzt. Die vom ICCT neu vorgelegten Daten seien zudem "nur bedingt belastbar": Sie bezögen sich nicht auf eigene Messungen, sondern auf Zweitauswertungen gesammelter Daten von Autofahrern oder Fachpublikationen.

Für die jährliche Untersuchung wertet der ICCT nach eigenen Angaben Verbrauchsdaten von etwa einer Millionen Autos aus. Quellen sind öffentliche Portale wie Spritmonitor.de sowie Autotests von Fachzeitschriften.

Das industriekritische ICCT hat maßgeblich zur Aufdeckung des Dieselskandals beigetragen, der sei einem guten Jahr die Autoindustrie in Atem hält. Hinter der Organisation stehen unter anderem Stiftungen reicher Unternehmer, die mit ihrem Geld einem umweltfreundlicheren Verkehrssystem zum Durchbruch verhelfen wollen.

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Bild: manager magazin online
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mit dpa

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