Donnerstag, 19. September 2019

Autohandel Das Online-Drama der deutschen Autobauer

Neuwagen auf dem Weg zum Kunden: Mit dem Verkauf über das Internet tun sich die Händler allerdings noch ziemlich schwer

4. Teil: Offline-Strategie nicht auf Dauer durchzuhalten - "das Internet sucht sich seinen Weg"

Dass die Autobauer ihre Offline-Strategie auf die Dauer durchhalten können, glaubt der Autoexperte denn auch nicht. "Das Internet sucht sich seinen Weg", ist Dudenhöffer überzeugt.

Nach seiner Überzeugung liegt die Lösung darin, den Autovertrieb an sich und die ihn umgebenden Dienstleitungen zu trennen und die Händler für die von ihnen gebotenen Leistungen wie Konfiguration, Probefahrten und ähnliches zu honorieren. Doch dafür wären neue Provisionsmodelle nötig. Aber die, ist Autoanalyst Libby überzeug "sind extrem schwer durchzusetzen".

Bislang beschränken sich Neuerungen seitens der Konzerne vor allem auf technische Gimmicks oder neue, stärker auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtete Geschäfte. Doch dass auch beim Internetvertrieb neue Wege beschritten werden müssen, scheint mittlerweile aber auch den Konzernen klar.

"Die Zeiten, in denen Kunden das Internet nur zur Recherche genutzt haben", seien vorbei, heißt es beispielsweise bei BMW. Die Experimente jedenfalls gehen weiter. Nicht nur BMW, sondern auch Daimler arbeitet nach den Worten von Vente-privée-Chef Antoine Granjon an neuen Angeboten für die Schnäppchen Seite.

"Der Autohandel steht vor enormen Umwälzungen", ist der Franzose überzeugt. "Die Händler wollen ihr Geschäftsmodell gerne noch 25 Jahre lang so weiter fahren wie gehabt", sagt er. "Aber das wird nicht klappen."

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