Samstag, 20. Juli 2019

mm-Grafik So hat die Finanzkrise den europäischen Automarkt zerstört

Fünf Jahre nach der großen Wirtschaftskrise in Europa liegt der Automarkt in weiten Teilen des Kontinents immer noch am Boden. Die mm-Grafik zeigt, wie dramatisch die Verkaufszahlen in einzelnen Ländern abgestürzt sind - weit unter das Niveau mancher Schwellenlander.


Hamburg - Ein gewisses Auf und Ab ist die Autoindustrie in Industrieländern durchaus gewohnt. Doch einen solchen, lange anhaltenden Absturz wie in zahlreichen Ländern Europas hat die Branche noch nicht erlebt.

Beispiel Italien: Seit dem Jahr 2000 hat sich der Absatz von 2,4 Millionen Wagen auf 1,3 Millionen im Jahr 2013 beinahe halbiert, wie die Grafik von Statistazeigt. Beispiel Spanien: Von 1,4 Millionen ging es auf 720.000 Stück abwärts. Am drastischsten sieht die Lage in Griechenland aus. Während die Hersteller zur Jahrtausendwende noch 290.000 Wagen zugelassen haben, waren es im vergangenen Jahr noch ganze 59.000.

Nicht viele Länder gleichen das Schlammassel aus - auch in Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und Großbritannien stagniert der Markt oder ist rückläufig. Lediglich in Dänemark und Norwegen gibt es in den 13 Jahren ein deutliches Plus. Unterm Strick sank der Absatz in der Europäischen Union von 14,7 Millionen (2000) auf 11,5 Millionen Fahrzeuge (2013).

Kein Wunder, dass sich die Hersteller stärker als je zuvor auf neue Märkte wie China und Brasilien konzentrieren. Manches Schwellenland steht beim Autoabsatz inzwischen sogar schon deutlich besser da als EU-Mitglieder. Im auch nicht eben prosperierenden Argentinien verkaufen die Hersteller pro Einwohner mehr als vier Mal so viele Fahrzeuge wie in Griechenland.


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