Mittwoch, 22. Mai 2019

Rupert Stadler darf bleiben VW-Chef Müller hält seinen Audi-Chef im Amt

Passt alles: Rupert Stadler, weiterhin Audi-Chef.

Audi-Chef Rupert Stadler bleibt im Amt. Der Aufsichtsrat der VW-Tochter sprach dem 53-Jährigen das Vertrauen aus. Das Kontrollgremium habe die in den vergangenen Tagen von einem gekündigten Mitarbeiter erhobenen Vorwürfe im Zusammenhang mit der Manipulation von Diesel-Fahrzeugen gegen den Manager durch eine Rechtsanwaltskanzlei prüfen lassen, teilten die Ingolstädter am Freitag mit. Die Prüfung sei zu dem Ergebnis gekommen, dass die Vorwürfe nicht zuträfen. Volkswagen-Chef Matthias Müller, der zugleich den Aufsichtsrat von Audi leitet, erklärte, die dem Arbeitsgericht in Heilbronn vorgelegten Dokumente seien seit längerem bekannt und belegten die Vorwürfe nicht.

Stadler wird intern zur Last gelegt, dass er bei der Aufklärung der Abgasmanipulation keine glückliche Figur abgegeben hat. Zuletzt waren in einem Rechtsstreit mit einem gekündigten Entwicklungsingenieur neue Vorwürfe laut geworden. Demnach könnte der Audi-Chef deutlich früher als bisher bekannt Kenntnis von den Unregelmäßigkeiten bekommen haben. In einer Mail soll ein Mitarbeiter der Entwicklungsabteilung bereits 2012 über einen Beschluss in einem Führungsgremium informiert haben, dem Stadler angehörte.

Der Abgasbetrug bei Volkswagen war im September 2015 durch die US-Umweltbehörden öffentlich gemacht worden. Später wurde bekannt, dass auch Audi geschummelt hat. Audi prüft im Zusammenhang mit den Vorwürfen in dem Arbeitsgerichtsprozess eine Strafanzeige gegen Unbekannt wegen falscher Verdächtigungen und Verrat von Betriebsgeheimnissen. Stadler ist seit 2007 Chef der VW-Tochter Audi.

Reuters, soc

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