Donnerstag, 5. Dezember 2019

Angeschlagene VW-Tochter Audi einigt sich mit Betriebsrat auf den Abbau von 7500 Stellen

Audi-Fahrzeuge vor der Zentrale in Ingolstadt: Der Autobauer streicht bis 2025 rund 9500 Arbeitsplätze, 2000 neue Jobs sollen aber im Gegenzug geschaffen werden
Armin Weigel/ DPA
Audi-Fahrzeuge vor der Zentrale in Ingolstadt: Der Autobauer streicht bis 2025 rund 9500 Arbeitsplätze, 2000 neue Jobs sollen aber im Gegenzug geschaffen werden

Der Autobauer Audi streicht in Deutschland unter dem Strich 7500 Stellen. Bis 2025 baut die VW-Tochter 9500 Stellen ab und damit rund jeden sechsten Arbeitsplatz in Deutschland. Dafür sollen im Gegenzug 2000 Jobs in Bereichen wie Elektromobilität und Digitalisierung neu entstehen, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Das sei das Ergebnis einer Grundsatzvereinbarung zwischen dem Unternehmen und dem Betriebsrat.

Der Stellenabbau solle sozialverträglich ohne betriebsbedingte Kündigungen geschehen, hieß es. Die Beschäftigungsgarantie für die verbleibenden Audi-Mitarbeiter in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm wird von 2025 bis 2029 verlängert.

Durch das Sparprogramm will die VW-Tochter rund sechs Milliarden Euro erwirtschafteten, die in die Elektrifizierung und Digitalisierung fließen sollen. Zudem soll dadurch die Zielrendite von 9 bis 11 Prozent abgesichert werden.

Audi ist hinter Daimler und BMW zurückgefallen

Audi Börsen-Chart zeigen und der Betriebsrat hatten seit längerem über den "Zukunftspakt" für das unter Druck stehende Unternehmen verhandelt. Zuletzt war dabei auch über die Kürzung von Kapazitäten in den Werken Ingolstadt und Neckarsulm gesprochen worden. Anfang November hatte ein Audi-Sprecher dazu gesagt: "Es geht unter anderem darum, die Kapazitäten so auszurichten, dass die Werke insgesamt profitabel und wirtschaftlich flexibel arbeiten." Für die rund 61.000 Audi-Mitarbeiter in den beiden deutschen Werken Ingolstadt und Neckarsulm galt bisher eine Beschäftigungsgarantie bis 2025.

In Neckarsulm werden aktuell vor allem die Audi-Modelle A4 bis A8 und R8 gebaut. Wegen der Krise um Verbrennungsmotoren leidet das Werk aber seit langem unter einer Unterauslastung. Dieses Jahr werde das dritte in Folge mit weniger als 200.000 Autos gebauten Autos sein, sagte der Neckarsulmer Betriebsratschef Rolf Klotz kürzlich. Die Kapazität beträgt jährlich 300.000. Verringern sich die Stückzahlen, steigen in der Regel die Produktionskosten.

Audi ist seit der Aufdeckung des Dieselskandals 2015 auf Talfahrt und deutlich hinter die Konkurrenten Daimler Börsen-Chart zeigen und BMW Börsen-Chart zeigen zurückgefallen. Der Skandal kostete Milliarden. Sechs Entwicklungschefs hatte Audi in den vergangenen sieben Jahren, die Autos verkaufen sich immer schlechter. Der künftige Audi-Chef Markus Duesmann soll den Autobauer wieder profitabler machen, enger mit Porsche und VW zusammenarbeiten und bis 2025 auch 30 E-Modelle auf den Markt bringen.

mg/dpa

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