Joint Venture mit FAW Audi bekommt Mehrheitsanteil an Elektroprojekt in China

Audi nennt erste Details zum Elektroauto-Joint Venture mit dem chinesischen Partner FAW. Besonders bemerkenswert: Die Deutschen bekommen die Mehrheit an dem Unternehmen in Changchun.
Wuchtiger Auftritt: Audi E-Tron auf Pekinger Automesse Auto China im September 2020

Wuchtiger Auftritt: Audi E-Tron auf Pekinger Automesse Auto China im September 2020

Foto: THOMAS PETER / REUTERS

Audi hält künftig erstmals in China die Führung in einem Gemeinschaftsunternehmen mit einem chinesischen Partner. Die Ingolstädter Volkswagen-Tochter werde zusammen mit dem Mutterkonzern 60 Prozent der Anteile an dem geplanten Joint Venture zur lokalen Produktion von vollelektrischen Audi-Modellen halten, teilte Audi am Montag mit. 55 Prozent der Anteile entfielen auf die Audi AG und 5 Prozent auf die Volkswagen Group China, erläuterte eine Sprecherin. Ihren Sitz werde die neue Firma in Changchun haben, dem Firmensitz von Audis Partner FAW. Von 2024 an sollen in der Volksrepublik verschiedene Audi-Modelle der gemeinsam mit Porsche entwickelten Premium Platform Electric (PPE) vom Band rollen. Zu dem im Oktober bekannt gegebenen Projekt wurden nun erste Details genannt.

"Mit dem neuen Audi-FAW-Unternehmen in Changchun bauen wir unsere Präsenz im chinesischen Markt weiter aus und stärken durch die Produktion vor Ort unsere Positionierung als Hersteller vollelektrischer Premiumfahrzeuge", erklärte Audi-Chef Markus Duesmann (51). Im vergangenen Jahr hat die Volkswagen-Tochter rund 727.000 Autos auf dem weltgrößten Automarkt verkauft. Audi produziert seine Autos seit mehr als 30 Jahren in dem Gemeinschaftsunternehmen FAW-Volkswagen, in dem die Chinesen mit 60 Prozent die Mehrheit haben. Das lokal produzierte Angebot soll zum Ende dieses Jahres auf zwölf Modelle erweitert werden.

Die offizielle Gründung des neuen Gemeinschaftsunternehmens mit Zustimmung aller Beteiligten und der chinesischen Aufsichtsbehörden soll bis Ende März abgeschlossen sein. Zu Kapazität und Mitarbeiterzahl äußerte sich Audi noch nicht. Der Wettbewerber BMW, der verhältnismäßig spät in den chinesischen Markt eingestiegen war, hatte 2018 als erster ausländischer Autokonzern die Mehrheit an einem Gemeinschaftsunternehmen mit seinem lokalen Partner Brilliance übernommen.

ak/Reuters, dpa-afx