Dieselskandal Vier weitere Audi-Manager angeklagt

Die Strafverfahren im Dieselskandal weiten sich aus. Die Münchener Staatsanwälte haben Anklage gegen vier weitere frühere Topmanager von Audi erhoben.
Dieselmotor von Audi

Dieselmotor von Audi

Foto: AP

Im Diesel-Skandal bei Audi hat die Staatsanwaltschaft München II Anklage gegen vier weitere Manager des Autobauers erhoben. Die Anklage gegen drei frühere Vorstandsmitglieder und einen im Ruhestand befindlichen Hauptabteilungsleiter wurde am Mittwoch bei der Wirtschaftskammer des Landgerichts München II eingereicht, wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte. Den vier Beschuldigten würden Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vorgeworfen.

Drei der Betroffenen saßen im Vorstand der Volkswagen-Tochter, der vierte sei ein weiterer hochrangiger Manager, wie zwei mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters sagten. Dem "Handelsblatt"  zufolge handelt es sich um die früheren Entwicklungsvorstände Ulrich Hackenberg (70) und Stefan Knirsch (54), Ex-Einkaufsvorstand Bernd Martens (54) sowie den langjährigen Dieselmotorenchef Richard Bauder. Schon 2008 habe Audi entschieden, Motoren für den US-Markt mit unzulässigen Abschalteinrichtungen auszustatten. Durch diese Manipulationen wurden die Grenzwerte zwar auf dem Prüfstand eingehalten, nicht aber auf der Straße.

Gegen zwei dieser Manager war bereits Anfang 2019 vor einem Gericht in Detroit in den USA Anklage erhoben worden. In München stehen wegen des Dieselskandals von Ende September an bereits der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler (57), der frühere Audi- und Porsche-Manager Wolfgang Hatz (61) und zwei weitere Ingenieure vor Gericht. Der Mammutprozess könnte mehr als zwei Jahre dauern.

ak/afp/Reuters