Rückkehr zu den Wurzeln Produktionsstart für Audi Q4 E-Tron in Zwickau

Volkswagens Vorzeigefabrik in Sachsen entwickelt sich zu einem Mehrmarkenwerk. Neben dem ID.3 und ID.4 baut der Autobauer Audi dort ab sofort auch das Elektromodell Q4. Noch in diesem Jahr sollen weitere Modelle hinzukommen.
Zurück zum Ursprung: Vor rund 110 Jahren wurde der erste Audi in Zwickau gebaut

Zurück zum Ursprung: Vor rund 110 Jahren wurde der erste Audi in Zwickau gebaut

Foto: Audi

Vor gut 110 Jahren hat in Zwickau der erste Audi das Licht der Welt erblickt - nun kehrt das Unternehmen an seinen Ursprungsort zurück. Diese Woche startet in der sächsischen Volkswagen-Fabrik die Produktion des Eletro-SUV Q4 E-Tron, im Sommer soll mit dem Q4 Sportback ein weiteres Audi-Modell hinzukommen.

Das neue Autowerk mit rund 9000 Beschäftigten am Zwickauer Stadtrand hat sich bei Volkswagen zur wichtigsten Fabrik für Elektroautos in Deutschland entwickelt. Dazu wurde es für rund 1,2 Milliarden Euro umgerüstet. Bisher werden dort die vollelektrischen Modelle ID.3 und ID.4 gebaut. Mit dem neuen Audi wird der Standort nun zu einem Mehrmarkenwerk. Dieses Jahr soll die Produktion weiterer Modelle von Volkswagen, Audi und Seat anlaufen. Als Ziel hat der Vorsitzende der Geschäftsführung von Volkswagen Sachsen, Stefan Loth, 1400 Fahrzeuge pro Arbeitstag ausgegeben. Im Sommer soll es so weit sein.

Zu geplanten Stückzahlen des neuen, kompakten Elektro-SUV aus Sachsen wollte eine Audi-Sprecherin keine Angaben machen. Der Verkaufsstart sei nach der Premiere in der zweiten Aprilhälfte geplant. Das Unternehmen baut nach eigenen Angaben bereits vollelektrische Autos an Standorten in Brüssel und nahe Neckarsulm; im kommenden Jahr soll auch im Stammwerk Ingolstadt ein rein elektrisches Modell produziert werden, das auf einer gemeinsam mit Porsche gefertigten Plattform gebaut werden soll.

Die Rückkehr von Audi nach Zwickau sei "eine gute Nachricht für Sachsen - und für Audi", sagt Wirtschaftsminister Martin Dulig (47, SPD). Er verweist auch auf die Werke von Porsche und BMW in Leipzig. "Mit den Standorten Zwickau, Leipzig und Dresden entwickelt sich Sachsen zum E-Auto-Produktionsstandort Nr. 1 in Deutschland." Die Branche profitiere hier auch von der Nähe zum Cluster für Mikroelektronik und IT. Neben Elektroantrieben setze Sachsen aber auch auf Wasserstoff, betont Dulig: "Auch hier wollen wir an der Spitze mitfahren."

Sachsens lange Automobiltradition

"Zwickau und die Marke Audi verbindet eine lange Tradition", sagt Produktionsvorstand Peter Kössler (61). Die geht auf den Ingenieur August Horch (1868-1951) zurück, der 1909 in Zwickau das Unternehmen gründete, das ein Jahr später in Audi umbenannt wurde. Nach dem Zusammenschluss mit weiteren sächsischen Fahrzeugherstellern 1932 wurden vier Ringe das Markenzeichen der Auto Union, die zum zweitgrößten Autokonzern des damaligen Deutschen Reiches aufstieg - nach Opel, wie der Geschäftsführer des August Horch Museums, Thomas Stebich, erläutert. Nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten der Vorstand und einige Ingenieure das Unternehmen in Ingolstadt neu, zahlreiche Fachkräfte folgten über die noch offene Grenze nach Westdeutschland. In Zwickau wurde auf dem einstigen Firmengelände später der Trabant gebaut.

cs/dpa