Renditeziel steigt Audi-Chef Duesmann schraubt Elektroerwartungen hoch

Audi-Chef Duesmann zieht auf dem Weg in die elektromobile Zukunft noch einmal das Tempo an. Die Basis ist gelegt: Nach der Coronakrise zieht vor allem in den USA das Geschäft gerade wieder enorm an.
Hohe Erwartungen: Audi-Chef Markus Duesmann

Hohe Erwartungen: Audi-Chef Markus Duesmann

Foto: Rainer Häckl/ BMW AG/ DPA

Audi-Chef Markus Duesmann (52) geht laut einem SPIEGEL-Bericht davon aus, dass Elektroautos in zwei bis drei Jahren genauso profitabel sein werden wie Benziner. Deshalb setze er bereits jetzt deutlich strengere Profitabilitätsziele. Die Umsatzrendite solle von zuletzt 5,5 Prozent auf mehr als 11 Prozent im Jahr 2025 steigen, berichtet das Magazin unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

Parallel dazu sollen demnach die Stückzahlen steigen. Die Volkswagen-Tochter stehe davor, dieses Jahr erstmals mehr als zwei Millionen Autos zu verkaufen. Bis 2030 könnte der Vorstand daher ein Ziel von drei Millionen Autos jährlich anstreben. Audi soll dem Bericht nach zudem vielleicht in diesem Jahr mehr Gewinne einfahren als jede andere Marke im Konzern. Duesmann gilt als wichtigster Tesla-Fighter im Volkswagen-Reich. 

Wie aus Berichten von Autokonzernen hervorgeht, zieht vor allem das Geschäft in den USA gegenwärtig offenbar kräftig an. Volkswagen etwa setzte im zweiten Quartal nach Angaben vom Donnerstag (Ortszeit) 120.520 Neuwagen mit dem VW -Logo auf dem wichtigen US-Markt ab. Das waren 72 Prozent mehr als im pandemiebedingt schwachen Vorjahreszeitraum, als Fabriken und Autohäuser wegen Lockdowns zeitweise geschlossen werden mussten.

VW sprach vom besten Verkaufsergebnis in einem Quartal seit 1973. Bei den teuren Stadtgeländewagen konnte der deutsche Branchenriese die Auslieferungen sogar auf mehr als das Doppelte ausbauen. Mittlerweile macht der SUV-Absatz schon fast drei Viertel der in den Vereinigten Staaten verkauften VW-Autos aus. Seit einigen Jahren setzt der Hersteller dort vorwiegend auf schwergewichtigere und größere Modelle, die bei den US-Kunden besonders beliebt sind.

Die VW-Tochter Audi hat ihre US-Verkäufe in den drei Monaten bis Ende Juni sogar noch stärker erhöht. Der Ingolstädter Hersteller setzte in diesem Zeitraum 66.995 Autos ab und damit 92 Prozent mehr als vor einem Jahr. Vor allem mit den SUVs der Q-Baureihe konnte Audi nach den Belastungen der Corona-Krise wieder Boden gut machen. Der ebenfalls zum VW-Konzern gehörende Sportwagenbauer Porsche lieferte 18.958 Autos aus, ein Höchstwert für das Unternehmen und ein Plus von 55,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Auch BMW profitierte stark von der Erholung des US-Automarkts. Die Münchner verkauften im zweiten Quartal nach eigenen Angaben 96.561 Neuwagen der Kernmarke, ein Anstieg um knapp 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Tochter Mini legte um fast 77 Prozent zu und lieferte 9340 ihrer Kleinwagen an die US-Kundschaft. BMWs deutscher Oberklasse-Konkurrent Daimler will die Absatzzahlen von Mercedes-Benz USA erst später in diesem Monat veröffentlichen.

cr/Reuters
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