Samstag, 25. Mai 2019

Interims-CEO Bram Schot erhält Dauervertrag Audi hat wieder einen regulären Chef

Bram Schot hat nun einen regulären Vertrag als Audi-Chef bis 2021
ddp images/Sven Simon
Bram Schot hat nun einen regulären Vertrag als Audi-Chef bis 2021

Vor sechs Monaten sprang Bram Schot bei Audi als Interimschef für den verhafteten Rupert Stadler ein. Aus der Zwischen- wird nun eine Dauerlösung: Der 57-jährige Niederländer hat einen langfristigen Vertrag als Audi-Chef erhalten und rückt gleichzeitig auch in den VW-Konzernvorstand auf.

Dies hat der Aufsichtsrat von VW in einer außerordentlichen Sitzung beschlossen, wie manager magazin aus Konzernkreisen erfuhr. Audi hat die Ernennung von Schot zum Audi-Chef und VW-Konzernvorstandsmitglied mittlerweile bestätigt. Im VW-Konzernvorstand übernimmt Schot auch die Verantwortung für den Konzernvertrieb. Beide Aufgaben hatte auch Stadler inne, bevor sich VW von ihm trennte.

Schot werde seine neuen Posten am 1. Januar 2019 antreten, teilte die VW-Tochter mit. Bei Audi führt Schot sein bisheriges Vorstandsressort für Vertrieb und Marketing kommissarisch weiter. "Als kommissarischer Vorstandschef hat Bram Schot in den vergangenen Monaten bereits überzeugende Arbeit geleistet", sagte VW-Konzernchef Herbert Diess. "Er treibt den Kulturwandel in seiner Mannschaft voran und stellt sich den aktuellen Herausforderungen mit Bravour."

Audi-Betriebsratschef Peter Mosch sagte, Schot habe "bereits gezeigt, dass er unserem geforderten und eingeleiteten Neustart viel Schwung verleihen kann." Zugleich forderte der Audi- und VW-Aufsichtsrat Mosch: "Diesen Weg muss er nun weiter verfolgen und Audi zurück an die Spitze führen. Das erwartet die Belegschaft." Die Belegschaft fordere "klare Verhältnisse auf allen Ebenen" und sehe Schots Berufung auch in den VW-Vorstand als Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten Ausrichtung.

Die Dauer von Schots Vertrag als Vorstandsvorsitzender gaben die Ingolstädter nicht bekannt. Üblicherweise erhalten Vorstandsmitglieder dreijährige Verträge.

Ernennung im zweiten Anlauf

Schots Ernennung zeichnete sich längerem ab. Bereits Ende November wollte das Audi-Kontrollgremium Schot zum fixen Audi-Chef ernennen. Allerdings waren damals noch Formalia ungeklärt, hieß es damals aus Konzernkreisen. Dabei ging es dem Vernehmen nach insbesondere um Schots Einzug in den neunköpfigen Volkswagen-Konzernvorstand, für den auch ein Beschluss des Volkswagen-Konzernaufsichtsrats erforderlich war.

Seine Ambitionen auf einen längerfristigen Verbleib an der Audi-Spitze machte Schot Mitte Oktober öffentlich - im seinem bislang einzigen ausführlichen Interview als Audi-Chef mit manager magazin.


Mehr dazu: "Wir können auch stolz sein": Audi-Chef Bram Schot zu seinem Führungsstil


Schots Schachzug war taktisch klug gespielt. Denn der ursprünglich für den Audi-Chefposten vorgesehene Ex-BMW-Einkaufschef Markus Duesmann hatte sich selbst aus dem Rennen geworfen: Weil sein Ex-Arbeitgeber auf die Erfüllung seiner Verträge beharrt, könnte Duesmann erst Ende 2020 bei den Ingolstädtern antreten.

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