Dienstag, 31. März 2020

Absatzzahlen im November Audi, BMW und Daimler verkaufen besonders viele SUVs

Während die Autobauer ihre Sparprogramme weiter verschärfen, geht es zum Jahresende bei Mercedes-Benz, BMW und Audi wieder aufwärts. Die drei Oberklasse-Autohersteller meldeten am Freitag steigende Verkäufe. Dabei lag Mercedes-Benz ein weiteres Mal vor dem Münchner Erzrivalen BMW, allerdings mit im Jahresverlauf bislang geschrumpftem Vorsprung. Die drei Konkurrenten profitierten dabei gleichermaßen von gestiegenen Verkaufszahlen in China und den USA.

BMW Börsen-Chart zeigen begründet den Schub im November mit einer gestiegenen Nachfrage nach Stadtgeländewagen und guten Verkaufszahlen in China. Weltweit setzte der Dax-Konzern von seiner Stammmarke 194.690 Autos ab und damit 2,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte BMW mit. Dabei spielte der nach wie vor gute Lauf im wichtigsten Einzelmarkt China dem Hersteller genauso in die Karten wie steigende Absätze in den USA. So konnten die Bayern rückläufige Verkaufszahlen im Heimatmarkt Deutschland und in Europa mehr als wettmachen.

Die Kleinwagenserie Mini wies dagegen jedoch ein Minus von 6,8 Prozent auf und setzte nur 30.509 Fahrzeuge ab. Bei ihren Elektroautos konnten die Münchener hingegen ein kräftiges Plus von 18,4 Prozent verbuchen. Damit belaufen sich die Auslieferungen der Marken BMW, Mini und Rolls Royce im Zeitraum Januar bis November auf insgesamt 2,3 Millionen Fahrzeuge, alleine 1,97 Millionen Fahrzeuge der Marke BMW nun. Das entspricht einem Plus von 1,7 Prozent insgesamt oder 2,4 Prozent für die Marke BMW.

Daimler seit September im Plus

Von einem noch größeren Plus berichtete am Freitag Daimler. Dank guter Geschäfte vor allem in Deutschland, China und den USA hat habe die Kernmarke Mercedes-Benz einen November-Verkaufsrekord aufgestellt, meldete Daimler. Erstmals seien im Monat November mehr als 200.000 Mercedes-Autos an die Kunden gegangen. Unter dem Strich seien 209.058 Autos der Stammmarke abgesetzt worden, das entspreche im Vorjahresvergleich einem Plus von 5,3 Prozent.

Auf Jahressicht wurden demnach bisher 2,1 Millionen Mercedes-Autos verkauft - 1,4 Prozent mehr als 2018. Bis einschließlich August hatte Daimler Börsen-Chart zeigen vor allem wegen Modellumstellungen und Problemen beim Produktionsanlauf neuer SUV-Modelle hinter dem Vorjahresabsatz gelegen. Erst der September brachte die Wende. Anschließend verkaufte Daimler auch im Oktober mehr Autos seiner Kernmarke als 2018.


Lesen Sie auch:
Warum China für deutsche Autohersteller ungemütlich wird
VW beruft neues Team für Audi-Chef Duesmann
Wie die Autobauer ihre Prognosen herunterschrauben
BMW-Mitarbeiter bekommen künftig weniger Geld
SUV-Boom in den USA - VW, BMW und Daimler mit starken Verkäufen
Deutsche Autobauer steigern Umsatz und Gewinn - und hängen weltweite Konkurrenz ab
Daimler streicht weltweit mindestens 10.000 Jobs
Audi streicht Tausende Jobs in Ingolstadt und Neckarsulm


Im November liefen die Geschäfte insbesondere in den wichtigen Märkten China (plus 11 Prozent), USA (plus 8,7 Prozent) und Deutschland (plus 5,8 Prozent) besser. Weltweit legte der Absatz von SUVs (plus 10,5 Prozent) und Kompaktwagen (plus 9,8 Prozent) kräftig zu. Beim G-Klasse-Geländewagen verkündete Daimler ein Verkaufsplus von 20 Prozent im Vorjahresvergleich, zudem sei in Deutschland der Absatz des SUV-Modells GLE mehr als verdoppelt worden.

Schwach bleiben indes die Daimler-Geschäfte mit der Kleinwagenmarke Smart. Der November-Absatz lag 14,4 Prozent unter dem Vorjahreswert, auf Jahressicht steht jetzt ein Minus von 10,9 Prozent. Insgesamt kommt die Daimler-Pkw-Sparte Mercedes-Benz Cars in diesem Jahr bisher auf ein leichtes Plus von 0,8 Prozent.

Audi über Vorjahr

Ebenfalls aufwärts ging es bei der VW-Tochter Audi. Kurz vor Jahresende meldete der Ingolstädter Autohersteller, dass die Verkaufszahlen des Vorjahres erstmals übertroffen seien: Von Januar bis einschließlich November habe Audi Börsen-Chart zeigen 1,67 Millionen Fahrzeuge verkauft. Das entspricht einem leichten Plus von 0,7 Prozent. Zuvor hatte es bei den kumulierten Verkaufszahlen seit Jahresbeginn immer ein Minus gegeben.

Im November setzte Audi jedoch weltweit 163.350 Autos ab, fast ein Viertel mehr als im Vorjahresmonat. Dabei ging es für den Hersteller, der gerade den ehemaligen BMW-Manager Markus Duesmann zum neuen Chef gekürt hat, quasi überall nach oben: So wurde in Europa ein Drittel mehr Fahrzeuge abgesetzt, was allerdings auch daran lag, dass 2018 die Verkaufzahlen eingebrochen waren, da mehreren Audi-Modellen noch die Zulassung nach dem neuen Abgasstandard WLTP fehlte. Höhere Verkaufszahlen gab es zudem auch aus den USA (+17,3 Prozent) und aus China (+16,8) zu vermelden. Audi hat mehrere neue Modelle auf den Markt gebracht, von denen sich vor allem SUVs gut verkaufen.

Trotz des herbstlichen Lichtblicks erwartet in der Autoindustrie niemand eine baldige Rückkehr goldener Zeiten, die drei Oberklasse-Hersteller haben Sparprogramme eingeleitet. Zu den Schwierigkeiten im vergangenen und in diesem Jahr haben mehrere Faktoren beigetragen. Dazu zählten die Diesel-Affäre und die damit in Zusammenhang stehende Einführung des neuen Abgasstandards WLTP, der mit dem Handelskonflikt zwischen den USA und China einhergehende zwischenzeitliche Einbruch der Autoverkaufszahlen in der Volksrepublik und die hohen Kosten des schrittweisen Umschwenkens von Benzin- und Diesel- auf Elektromotoren.

dpa/akn

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung