Chefwechsel Ex-Ferrari-Boss Felisa fährt bei Aston Martin vor

Der britische Sportwagenbauer steckt noch immer tief in der Krise. Großaktionär Lawrence Stroll hat nun offenbar genug und ersetzt den bisherigen Chef Tobias Moers durch den ehemaligen Ferrari-Boss Amedeo Felisa.
Soll Aston Martin aus der Krise fahren: Autoveteran Amedeo Felisa soll vor allem die Elektrifizierung des angeschlagenen Autobauers voranbringen

Soll Aston Martin aus der Krise fahren: Autoveteran Amedeo Felisa soll vor allem die Elektrifizierung des angeschlagenen Autobauers voranbringen

Foto: Gianluca Colla / Bloomberg via Getty Images

Der britische Sportwagenbauer Aston Martin will mit einer neuen Führungsmannschaft aus der Krise kommen. Amedeo Felisa (76), ehemaliger Ferrari-Chef, übernimmt den Spitzenposten bei dem Autohersteller, der durch die "James Bond"-Filme international berühmt wurde. Der bisherige Aston-Martin-Chef Tobias Moers (56) trete mit sofortiger Wirkung zurück, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Felisa hatte von 2008 bis 2016 den Spitzenposten bei Ferrari inne und ist derzeit bereits Mitglied des Aston-Martin-Vorstands. Neuer Technikchef wird Roberto Fedeli, der als Erfinder des ersten Hybrid-Supersportwagens bei Ferrari gilt. "Diese beiden Ernennungen werden das Führungsteam signifikant stärken, wenn es um den Bau von Sportwagen der nächsten Generation und den Weg zur Elektrifizierung geht", teilte das Unternehmen weiter mit. Erst im Januar hatte Aston Martin Doug Lafferty zum neuen Finanzchef ernannt. Er löste Kenneth Gregor ab, der selbst nur 18 Monate im Amt war.

Im ersten Quartal rutschte Aston Martin noch tiefer in die roten Zahlen. Der Vorsteuerverlust weitete sich auf 111,6 Millionen Pfund (132,3 Millionen Euro) von 42,2 Millionen Pfund im Vorjahr aus. Der Umsatz stieg um 4 Prozent auf 233 Millionen Pfund. Das entsprach weitgehend den Erwartungen, die Aktie  legte daher um 3,4 Prozent zu.

Aston Martin fuhr schon vor der Covid-19-Pandemie Verluste ein und leidet unter hohen Kosten. Auf der Suche nach frischem Kapital hatten die Briten im Januar 2020 540 Millionen Pfund von einem Konsortium um den kanadischen Formel-1-Milliardär Lawrence Stroll (62) erhalten, der seither den Aufsichtsrat führt. Kurz danach stieg dann auch der Schweizer Milliardär Ernesto Bertarelli (55) mit 3,4 Prozent ein. Beteiligt ist ebenfalls Mercedes-Benz.

Stroll lobte Moers nun für die Stabilisierung des Unternehmens, "aber jetzt braucht Aston Martin einen CEO, der sich auf das große Ganze konzentriert", erklärte er. Der Autobauer plant, sein erstes vollelektrisches Auto im Jahr 2025 auf den Markt zu bringen.

mg/Reuters