Apples Autopläne Apple will angeblich McLaren kaufen - McLaren dementiert

Teure Flitzer aus UK: Apple will angeblich beim Sportwagenbauer McLaren einsteigen

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Neue Spekulationen um die automobile Zukunft des iPhone-Herstellers Apple: Einem Bericht der "Financial Times" zufolge sprechen die Kalifornier mit dem britischen Supersportwagen-Bauer McLaren über eine mögliche Übernahme. Der Bericht wurde am Mittwoch Abend jedoch von McLaren dementiert: Es gebe keine Verhandlungen mit Apple über eine mögliche Übernahme, ließ der Autohersteller erklären.

Seit rund zwei Jahren werkelt Apple bereits am hauseigenen Pkw-Projekt. Nun will Firmenchef Tim Cook offenbar Gas geben: Apple  plane entweder eine Komplettübernahme von McLaren oder ein strategisches Investment, so die "FT" mit Verweis auf Personen, die mit den Verhandlungen vertraut seien. Dem Bericht zufolge laufen die Gespräche zwischen beiden Unternehmen seit einigen Monaten.

Laut "FT" wollten sich weder Apple noch McLaren zu den Informationen äußern. Ein möglicher Zusammenschluss könnte jedoch den Auto-Ambitionen Apples einen ordentlichen Schub verleihen, urteilt das Blatt. Der Wert des Autobauers McLaren, der auch ein Formel-1-Team besitzt, wird auf 1 bis 1,5 Milliarden Pfund (bis zu 1,74 Milliarden Euro) taxiert.

Mit der Größenordnung wäre ein McLaren-Kauf die größte Übernahme für Apple, seit der iPhone-Bauer 2014 für drei Milliarden Dollar die Kopfhörerfirma Beats Electronics samt angeschlossenem Musik-Streamingdienst erworben hatte. Früher im laufenden Jahr hatte Apple zudem bereits eine Milliarde Dollar in den chinesischen Fahrvermittlungs-Service Didi Chuxing investiert.

McLaren schreibt Verluste

McLaren baut straßentaugliche PS-starke Sportwagen, die mehrere hunderttausend Euro und bis zu einer Million Euro kosten können. Im vergangenen Jahr stellte McLaren etwas über 1600 Fahrzeuge her.

Für 2014, das letzte Jahr, für das bislang Zahlen veröffentlicht wurden, meldete das Unternehmen einen Umsatz von 265 Millionen Pfund und einen Vorsteuerverlust von 22,6 Millionen Pfund. McLaren befindet sich laut "FT" im Besitz von Ron Dennis, Mansour Ojjeh sowie einem Staatsfonds von Bahrain.

Zugleich ist die Firma aber nicht zuletzt durch ihren Formel-1-Rennstall auch stark beim Einsatz innovativer Kunststoff-Materialien und der Autoelektronik. Insofern müssten aus dem Zusammenschluss nicht zwingend nur unbezahlbare Straßenflitzer hervorgehen.

Über Apples Pläne für das Autogeschäft wird schon seit Anfang 2015 spekuliert, während der Konzern selbst sich dazu bedeckt hält. Zuletzt hieß es in Medienberichten, der Fokus verlagere sich eher auf die Entwicklung von Software für Roboterwagen statt der ursprünglichen Pläne für den Bau eines eigenen Elektro-Autos. Das gebe Apple aber mehr Flexibilität, wenn der Konzern sich doch dafür entscheide, sich mit einem etablierten Autobauer zusammenzutun oder einen zu kaufen, schrieb der Finanzdienst Bloomberg im Juli.

Vor zehn Tagen berichtete die "New York Times" dann, Apple habe angefangen, selbstfahrende Autos zu testen. Die Roboterwagen seien auf eingeschränkten Strecken in abgeschirmter Umgebung unterwegs.

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Apple sitzt auf Geldreserven von 230 Milliarden Dollar. Über 90 Prozent davon lagern außerhalb der USA, vor allem in Irland. Die EU-Kommission forderte von Apple gerade erst, potenziell mehr als 13 Milliarden Euro Steuern an Irland nachzuzahlen, weil die Steuervereinbarungen mit dem Land als illegale Beihilfe eingestuft wurden.

cr/dpa
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