Samstag, 7. Dezember 2019

Die Lehren aus der Tesla Model 3-Vorstellung Warum das Model 3 keine Automobil-Revolution ist

Teslas neues Model 3: So sieht das Auto aus, das Audi, BMW und Mercedes fürchten
Tesla

Jetzt haben wir es also gesehen.

Das Auto, für das Tausende vor Tesla-Shops geduldig in der Schlange gewartet haben, um dann 1000 Euro anzahlen zu dürfen.

Das Auto, das - angeboten für 30 000 Euro - ab 2018 auch in Europa den Markt für Elektro-Fahrzeuge revolutionieren soll.

Umfrage
Elektroauto für den Massenmarkt

Wäre Teslas Model 3 etwas für Sie?

Das Auto, mit dem Konzern-Chef Elon Musk Teslas Verkaufszahlen bis 2020 verzehnfachen will.

Das Auto, das am Ende doch nur ein Auto ist. Und das wahrscheinlich kein Gamechanger werden wird.

Wird Musk mit dem Model 3 den Massenmarkt für Elektroautos erschließen? Nein, dazu dürfte es nicht reichen.

Hebt Tesla die Elektromobilität oder - noch weiter gedacht - das Automobil auf eine neue Ebene? Nein.

Wird Musk mit seinem neuen Modell Geld verdienen? Auch das wird angesichts der Versprechen sehr schwierig werden.

Das Model 3 dürfte ein sehr durchdachtes Elektroauto werden, Elon Musk dürfte Premium zu einem sehr ordentlichen Preis bieten. Das ist, wenn es klappt, eine sehr beachtliche Leistung. Aber eine automobile Revolution? Nein.

Die entscheidende Frage ist noch offen

Aber warum eigentlich nicht? Musk hält doch zunächst, was er verheißen hat. Er gibt seinen Fans, auf was sie so gierig gewartet haben:

  • Das Design: gefällig, keine Frage. Die Formensprache des großen Bruders Model S weiter entwickelt; ein bisschen Jaguar XE, wegen des ein wenig rundlich nach hinten gezogenen Glasdachs das Heck ein bisschen wie alte deutsche Coupé-Modelle; keine großen Überraschungen.
  • Der Antrieb: die Beschleunigung nicht so brutal wie bei Model S und beim SUV Model X. Von 0 auf 100 Kilometer pro Stunde in weniger als sechs Sekunden; da drücken Audis, Mercedes' und BMWs Top-Sportler in der Klasse ihre Fahrer heftiger in die Sitze. Die deutsche Konkurrenz ist allerdings auch deutlich teurer. "Es wird schnellere Versionen geben", kündigt Musk an. Aber das Motodrom-Feeling bekommt man auch beim Model 3 nur gegen ordentlich Aufschlag.
  • Die Reichweite: 215 Meilen mindestens, verspricht Musk. Das hieße knapp 350 Kilometer. Aber schon jetzt ist klar: Auf der Autobahn werden es wohl nicht viel mehr als 250 Kilometer sein; die bei Elektroautos übliche Differenz. Reicht das, um den Massenmarkt zu knacken, um den 3er BMW ernsthaft zu gefährden?
  • Der Preis: Gut 30.000 Euro in der Basisversion, das ist ein Wort. Das liegt auf der Höhe der Benzin- und Diesel-Wettbewerber. Und ebenso auf der Höhe von Elektroautos wie dem Elektro-Golf und BMWs i3. Die werden künftig wohl billiger werden müssen, insbesondere wenn die Hersteller einmal mehr verkaufen wollen als heute.

Aber kann Tesla Börsen-Chart zeigen zu dem Preis auch Geld verdienen? Musk hofft auf höhere Absatzzahlen, auf niedrigere Stückkosten, auf bessere Margen. Er setzt auch darauf, dass die Batterien aus Teslas - ebenfalls noch nicht ans Netz angeschlossener - Gigafactory rund 30 Prozent billiger werden sollen als die aktuell eingesetzten. Doch der Antriebsstrang dürfte trotzdem rund 15.000 Dollar kosten - weit mehr als bei Konkurrenten mit Verbrennungsmotoren.

Seite 1 von 2

© manager magazin 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung