Probleme in den Lieferketten Pkw-Neuzulassungen in der EU fallen auf Rekordtief

Der Einbruch auf dem europäischen Automarkt setzt sich auch im April fort. Besonders betroffen sind Volkswagen und Stellantis.
Rückgang um 20,6 Prozent: Die Autobauer konnten im April nur 684.500 Pkw in der Europäischen Union verkaufen

Rückgang um 20,6 Prozent: Die Autobauer konnten im April nur 684.500 Pkw in der Europäischen Union verkaufen

Foto: Jˆrg Sarbach/ picture alliance/dpa

Autohersteller haben in der Europäischen Union auch im April wegen der weiter bestehenden Lieferkettenprobleme deutlich weniger Fahrzeuge abgesetzt als im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Neuzulassungen sank um 20,6 Prozent auf 684.506 Stück, wie der Branchenverband Acea am Mittwoch in Brüssel mitteilte. Mit Ausnahme des ersten Corona-Jahres 2020, als die Produktion zeitweise europaweit stillstand, war dies der schwächste April seit Beginn der Aufzeichnungen.

Am stärksten war der Verkaufsrückgang in Italien mit minus 33 Prozent, gefolgt von Frankreich mit minus 22,6 Prozent, Deutschland (minus 21,5 Prozent) und Spanien (minus 12,1 Prozent). In Großbritannien, das nicht mehr zur EU gehört, sanken die Zulassungen um 15,8 Prozent.

Fast alle großen Autobauer gerieten in den Abwärtssog. Der Wolfsburger Konzern Volkswagen büßte im April 30 Prozent ein, bei der Opel-Mutter Stellantis waren es minus 32 Prozent. Renault schrumpfte um 18 Prozent. Auch die Premiumhersteller BMW und Mercedes-Benz büßten zweistellig ein. Lediglich die koreanische Hyundai-Kia-Gruppe und die beiden japanischen Autobauer Honda und Mitsubishi hoben sich vom Negativ-Trend ab. Seit Jahresanfang sanken die Neuanmeldungen aller Hersteller um 14,4 Prozent auf 2,9 Millionen Fahrzeuge.

Der russische Einmarsch hatte bereits im Februar die Probleme der Branche verschärft und bei den Neuzulassungen in der Europäischen Union für den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor 32 Jahren gesorgt. Die Auswirkungen der Lieferausfälle bei Kabelbäumen schlugen erst im März voll zu Buche, als der Absatz um 20,5 Prozent fiel.

mg/dpa-afx, Reuters