Sonntag, 25. August 2019

Vor allem VW bei Neuzulassungen unter Druck Europas Automärkte schrumpfen weiter

Deutschland hat im ersten Halbjahr bei den Neuzulassungen nur leicht nachgegeben, andere Märkte traf es härter

Der europäische Automarkt hat im Juni wieder einen deutlichen Rückschlag erlitten. In der EU wurden 1,45 Millionen Pkw neu zugelassen, das waren 7,8 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, teilte der europäische Branchenverband Acea am Mittwoch mit. Zum großen Teil sei das Minus auf einen Kalendereffekt zurückzuführen, hieß es vom Verband. Im Juni habe es durchschnittlich nur 19 Verkaufstage gegeben, vergangenes Jahr waren es demnach zwei Tage mehr.

Aber auch im bisherigen Jahresverlauf steht nach dem ersten Halbjahr mit rund 8,18 Millionen verkauften Autos ein Minus von 3,1 Prozent zu Buche.

Auf Halbjahressicht fielen die Verkäufe in allen großen Märkten Europas zurück: In Frankreich gab es rund 2 Prozent weniger Zulassungen, in Italien rutschten sie gar um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum ab. Die wegen der Brexit-Unruhen kriselnde britische Autoindustrie brachte 3,4 Prozent weniger Autos an die Käufer. Lediglich Deutschland verbuchte im ersten Halbjahr ein kleines Plus von 0,5 Prozent bei den Neuanmeldungen.

Probleme mit Prüfverfahren schlagen weiter durch

Seit der Einführung des neuen Abgas- und Verbrauchsprüfverfahrens WLTP vergangenen September gehen die Werte zurück, nur im Mai stagnierten die Zulassungen. Mehrere große Hersteller, vor allem Volkswagen, hatten seit der Umstellung viele Modelle wegen fehlender Zertifizierungen nicht liefern können. Produktionsausfälle belasten die Konjunktur der Branche in Europa seitdem deutlich.

Im Juni selbst gab es den Angaben zufolge in Deutschland 4,7 Prozent weniger Zulassungen, auch in den weiteren großen Märkten Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien sanken die Zahlen.

Bei den Herstellern verzeichnete der VW-Konzern mit all seinen Fahrzeugmarken ein Minus von 9,5 Prozent, im ersten Halbjahr betrug das Minus der Wolfsburger mit allen Marken rund 4 Prozent.

Auch wenn die Premiumhersteller Daimler mit Mercedes BMW (inklusive smart und Mini) im Juni kräftig abfielen bei den Neuzulassungen konnten sie auf Halbjahressicht das Minus bei 0,8 Prozent begrenzen.

rei mit dpa

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