Weniger Absatz als 2020 Deutschland 2021 schwächster Automarkt in der EU

Nach fünf Monaten mit Absatzverlusten in Folge steuert der EU-Automarkt auf Jahressicht ins Minus. Deutschland schneidet unter den großen EU-Staaten am schlechtesten ab. Der Platzhirsch Volkswagen verliert Marktanteile.
Autostadt Volkswagen in Wolfsburg: Der Konzern hat Marktanteile in Europa verloren

Autostadt Volkswagen in Wolfsburg: Der Konzern hat Marktanteile in Europa verloren

Foto: DPA

Der EU-Automarkt ist mit einem weiteren Einbruch im November hinter die Neuzulassungszahlen des Vorjahrs zurückgefallen. In den Monaten Januar bis November wurden in der EU 8,90 Millionen Autos neu zugelassen, teilte der europäische Branchenverband Acea am Freitag in Brüssel mit. Damit liegt der Markt nun leicht mit 0,04 Prozent unter den Zulassungszahlen aus dem sehr schwachen und von Corona-Lockdowns belasteten Jahr 2020.

Im November gingen die Neuzulassungen um 20,5 Prozent auf 713.346 Autos zurück. Es war der fünfte Monat mit einem Absatzminus in Folge. Seit Monaten schon sacken die Zulassungszahlen deutlich ab, vor allem, weil den Autobauern Elektronikchips zur Fertigstellung der Fahrzeuge fehlen. Am härtesten traf es im November den deutschen Markt: Hier betrug das Minus 31,7 Prozent ein, doch auch die wichtigen Märkte Italien (-24,6 Prozent) und Spanien (-12,3 Prozent) gaben im November deutlich nach. In Frankreich belief sich das Minus auf vergleichsweise geringe 3,2 Prozent.

Über die ersten elf Monate schneidet Deutschland von den großen EU-Ländern mit einem Minus von acht Prozent am schwächsten ab. Italien, Spanien und Frankreich verzeichnen dagegen einstellige Zuwächse.

Platzhirsch Volkswagen verlor Marktanteile Anteile in der EU in den ersten elf Monaten: Bis Ende November verringerte er sich um 1,6 Prozent auf 25,3 Prozent. Rivale Stellantis schaffte als zweitgrößte Gruppe mit Marken wie Opel, Citroen und Fiat ein Plus von 0,4 Prozent auf 22,1 Prozent.

Von den Premiumherstellern baute BMW den Marktanteil auf 5,5 Prozent aus, während der von Mercedes-Benz auf 5,2 abbröckelte. Größter Gewinner bei den Marktanteilen ist der Importeur Hyundai - der Autobauer aus Südkorea steigerte sich um ein Fünftel auf fast 764.000 Stück, was 8,6 Prozent aller Neuwagen entspricht.

Gleichwohl konnten die 16 größten Autohersteller der Welt im dritten Quartal trotz Chipmangel und stillstehender Fabriken bei fallenden Umsätzen so viel Gewinn erwirtschaften wie nie zuvor, wie die Berater und Wirtschaftsprüfer von EY kürzlich in eine Studie feststellten. Gründe für den Gewinnzuwachs liegen laut EY zum einen darin, dass die verfügbaren Mikrochips in teure, profitable Modelle eingebaut wurden. Zudem gebe es derzeit für Autokäufer so gut wie keine Rabatte mehr, weil die Nachfrage das Angebot übersteige.

rei/dpa-afx/Reuters