Miese Absatzzahlen Schwaches erste Halbjahr für Europas Autoindustrie

Die Chipkrise und andere Lieferprobleme belasten weiterhin die Autoindustrie. Europaweit verzeichneten die Hersteller im ersten Halbjahr schwache Absätze.
Autos zu verkaufen: Die Absatzzahlen der Branche sind schlechter als im Vorjahr

Autos zu verkaufen: Die Absatzzahlen der Branche sind schlechter als im Vorjahr

Foto: Julian Stratenschulte / dpa

Der europäische Automarkt stottert angesichts fehlender Lieferteile weiter. Im Juni knüpften die Neuzulassungen von Pkw in der Europäischen Union (EU) an ihre schwache Bilanz der Vormonate an, insgesamt wurden mit 886.510 Fahrzeugen so wenige neue Autos wie seit 1996 nicht mehr in einem Monat Juni angemeldet, wie der Branchenverband Acea am Freitag in Brüssel mitteilte. Das Minus zum Vorjahresmonat fiel mit 15,4 Prozent wie in den drei Vormonaten auch prozentual zweistellig aus. Im ersten Halbjahr steht insgesamt ein Minus von 14 Prozent auf 4,6 Millionen Pkw zu Buche.

In den ersten sechs Monaten haben die vier wichtigsten Märkte allesamt einen zweistelligen Zulassungsabfall erlitten, am stärksten in Italien (minus 22,7 Prozent) und Frankreich (minus 16,3 Prozent). Aber auch Deutschland (minus 11 Prozent) und Spanien (minus 10,7 Prozent) schnitten schwach ab. Auch im nicht mehr zur EU gehörenden Großbritannien erlitt der Pkw-Markt einen Rückgang auf ähnlichem Niveau.

Der Krieg in der Ukraine, der anhaltende Halbleitermangel und hochschnellende Rohstoff- und Energiekosten machten Autobauer in ganz Westeuropa – einschließlich der Länder der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA und Großbritannien – in der ersten Jahreshälfte zu schaffen. Am härtesten getroffen waren im Juni die Hersteller Volvo und Mazda, mit Rückgängen von 49,1 beziehungsweise 47,5 Prozent.

Die deutsche Marke Volkswagen büßte auf Monatsbasis 30 Prozent gegenüber dem Corona-geprägten Vorjahr ein. Bei BMW waren es minus 19,3 Prozent, bei der Opel-Mutter Stellantis minus 15,4 Prozent und bei Mercedes-Benz minus 2,2 Prozent. Frankreichs Renault wuchs im gleichen Zeitraum um 0,8 Prozent.

cr/dpa-afx, Reuters
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