Sonntag, 18. August 2019

mm-Grafik Obwohl Öl billig ist - Deutsche kaufen mehr Elektroautos

Diesel und Benzin sind so billig wie seit Jahren nicht mehr - dennoch steigt der Absatz von Elektroautos in Deutschland. Der Anteil erreicht sogar das Niveau eines Landes, in dem üppige Subventionen für Stromer gezahlt werden.


Hamburg - Die Modelloffensive deutscher Autobauer trägt langsam Früchte: So viele Elektroautos wie im Dezember 2014 wurden in Deutschland bisher noch nicht verkauft. Insgesamt 1662 Stromer setzten die Hersteller trotz fallender Ölpreise ab, wie die Grafik von Statista zeigt. Davon waren 558 so genannte Plugin-Hybride. Sie können an der Steckdose aufgeladen werden, verfügen aber auch über einen Verbrennungsmotor für längere Strecken.

Der Elektroauto-Anteil schnellte damit auf bisher nicht gesehene 0,7 Prozent empor und lag deutlich vor Erdgas (0,3 Prozent) und Flüssiggas (0,2 Prozent) sowie knapp vor Hybriden ohne Plugin-Funktion (0,7 Prozent). Im Gesamtjahr 2014 wurden 13.049 Elektroautos zugelassen (Marktanteil: 0,4 Prozent) - fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Beliebtestes Modell war der BMW i3 vor dem Elektro-Smart und dem Renault Zoe.

Der Markt für Elektroautos bleibt damit zwar eine Nische, allerdings eine stark wachsende. Bemerkenswert ist, dass der Elektroauto-Anteil in Deutschland zuletzt das US-Niveau erreicht hat. Dabei gibt es dort Steuervorteile von 7500 Dollar pro Wagen, in einigen Bundesstaaten wie Kalifornien deutlich mehr.

In Deutschland fehlen Anreize für den Kauf eines E-Autos fast völlig. Die Bundesregierung will das ändern und plant unter anderem verbesserte Abschreibungsmöglichkeiten.

Elektroauto-Weltmeister sind nach wie vor die Norweger. Dort beläuft sich der Marktanteil dank hoher Steuervorteile inzwischen auf etwa 15 Prozent.


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