Freitag, 19. Juli 2019

Druck auf Autohersteller wächst Warum der VW-Abgasskandal für Daimler, Opel und Co. jetzt brandgefährlich wird

Die Abgase eines Mercedes C-Klasse-Diesels sind schmutziger als beworben - deshalb klagt die Umwelthilfe

Der Abgasskandal ist ein Problem von Volkswagen Börsen-Chart zeigen - dieses Mantra der Autoindustrie bröckelt. Trotz aller Beschwörungen, keine Abschaltvorrichtungen in ihren Autos zu verwenden, geraten VW-Konkurrenten zunehmend in Erklärungsnot. Der Grund: Auch Dieselfahrzeuge von Daimler Börsen-Chart zeigen, Opel, Renault Börsen-Chart zeigen oder BMW Börsen-Chart zeigen stoßen auf der Straße viel mehr Stickoxide aus als auf dem Prüfstand.

Dazu stellt der wissenschaftliche Dienst des Bundestages in einem Gutachten vom 16. März fest: Die Abschaltung von Abgasreinigungssystemen bei geringen Temperaturen, wie sie bei Modellen von Mercedes und anderen Herstellern vorkommt, ist "nicht notwendig" und damit unzulässig im Sinne der Emissions-Grundverordnung.

Die Erkenntnisse aus dem Inneren der höchsten deutschen Volksvertretung helfen auch der Deutschen Umwelthilfe. Die Lobbyisten haben Daimler wegen vermeintlich falscher Angaben über den Schadstoffausstoß der Autos verklagt und den Stuttgartern so ein Stück weit die Hauptversammlung verdorben.

Das alles schürt die Furcht der Auto-Lenker, dass der VW-Skandal doch auch noch sie erreichen könnte. Viele Vorstandschefs haben öffentlich gesagt, dass sich ihre Unternehmen nichts haben zu Schulden kommen lassen. Rückenwind bekommen die Hersteller zudem vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA), das den VW-Konkurrenten laut einem "Handelsblatt"-Bericht bescheinigt, sich an die Gesetze zu halten.

Am Ende werden wohl Gerichte darüber entscheiden, ob die Reinigungssysteme rechtlich einwandfrei arbeiten. Und diese Auseinandersetzung könnte für viele Autohersteller höchst unangenehm werden.

Welche Kreise könnte der Abgasskandal jetzt also noch ziehen? Was steht für die Branche auf dem Spiel? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

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