Abgasskandal Winterkorn will wohl zehn Millionen Euro Schadensersatz zahlen

Im Abgasskandal steht ein Vergleich zwischen Ex-Managern und dem Volkswagen-Konzern offenbar bevor. Martin Winterkorn will demnach zehn Millionen Euro Schadensersatz zahlen, heißt es. Versicherer sollen bis zu 300 Millionen Euro zahlen.
Martin Winterkorn: Im Abgasskandal scheint für den ehemaligen Vorstandschef eine Einigung mit Volkswagen in greifbarer Nähe zu sein

Martin Winterkorn: Im Abgasskandal scheint für den ehemaligen Vorstandschef eine Einigung mit Volkswagen in greifbarer Nähe zu sein

Foto: AFP

Einem Medienbericht zufolge zeichnet sich eine Einigung zwischen Volkswagen und mehreren ehemaligen Vorständen ab. Laut Vertragsentwürfen habe sich Ex-VW-Chef Martin Winterkorn (74) bereit erklären, rund zehn Millionen Euro an das Unternehmen zu zahlen, berichtet das Wirtschaftsmagazin "Business Insider" . Entsprechende Vereinbarungen mit den ehemaligen Top-Managern sollten noch in dieser Woche unterzeichnet werden.

Im Zuge dessen solle sich der Autohersteller auch mit seiner Manager-Haftpflichtversicherung auf die Zahlung weiterer 200 bis 300 Millionen Euro verständigt haben. Die Summe könnte am Ende sogar leicht über 300 Millionen Euro liegen. Zwei Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters, der VW-Aufsichtsrat solle am Wochenende über einen Kompromiss beraten, der danach von der Hauptversammlung im Juli abgesegnet werden muss. Volkswagen wollte den Bericht nicht kommentieren, eine Stellungnahme eines Winterkorn-Sprechers war zunächst nicht erhältlich.

Der VW-Aufsichtsrat hatte Ende März beschlossen, von Winterkorn und dem ehemaligen Audi-Chef Rupert Stadler (58) Schadensersatz wegen der Verletzung aktienrechtlicher Sorgfaltspflichten zu fordern. Auch vier ehemalige Vorstände von Audi, Porsche und VW nahm der Konzern wegen der Abgasmanipulation in Regress. Der Aufsichtsrat stützte sich auf Untersuchungen einer Anwaltskanzlei, die in den vergangenen Jahren mehrere Millionen Dokumente, Dateien, Ermittlungsakten der Staatsanwaltschaft sowie behördliche und gerichtliche Verfahren auswertete und selbst mehr als 1500 Interviews und Vernehmungen führte.

Nach Überzeugung des Aufsichtsrats stand fest, dass Winterkorn es in der Zeit ab dem 27. Juli 2015 unterlassen habe, die Hintergründe des Einsatzes unzulässiger Softwarefunktionen in Dieselmotoren aufzuklären, die zwischen 2009 und 2015 in den USA verkauft wurden. Außerdem habe Winterkorn nicht dafür gesorgt, dass die in dem Zusammenhang von den US-Behörden gestellten Fragen umgehend wahrheitsgemäß und vollständig beantwortet wurden. Winterkorn, der den Autokonzern bis zu seinem Rücktritt im September 2015 führte, hatte die Entscheidung des Aufsichtsrats bedauert. Den gegen ihn erhobenen Vorwurf ließ er durch seinen Anwalt zurückweisen.

rei/Reuters
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