Ausweitung des Abgasskandals Dobrindts Opel-Dilemma

Opel Zafira: Der Wagen schaltet im Alltag oft die Abgasreinigung ab - Verkehrsminister Dobrindt lässt prüfen, ob das tatsächlich regelkonform ist

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In der Untersuchungskommission zum VW-Abgasskandal macht sich Nervosität breit. Nach Informationen von manager-magazin.de liegen dem Gremium seit geraumer Zeit Wettbewerbsdaten vor, die belegen sollen, dass Opel längst nicht der einzige deutsche Hersteller ist, der Auffälligkeiten bei seinen Dieselmotoren aufweist.

Ausgerechnet bei den von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt beanstandeten Abschaltvorrichtungen bei bestimmten Drehzahlen, Geschwindigkeiten, niedrigerem Luftdruck und unterhalb bestimmter Temperaturgrenzen weisen auch Modelle anderer Hersteller ähnlich schlechte Werte auf wie etwa der Opel Zafira.

Die achtköpfige Kommission traf sich am heutigen Freitag, um darüber entscheiden, wie mit dem Rüsselsheimer Autobauer umgegangen werde. Dobrindt ist unter Zugzwang: Nach Berichten über Auffälligkeiten bei einem Dieselmotor des Opel-Zafira forderte er die Rüsselsheimer Mitte Mai dazu auf, detaillierte Unterlagen nachzureichen. Wie Opel damals bestätigte, regelt der Zafira bei Geschwindigkeiten ab 140 km/h und Luftdruck ab etwa 1000 Metern die Abgasreinigung herunter. Dobrindt hatte öffentlich bezweifelt, dass dies anders als von Opel behauptet tatsächlich legal und regelkonform ist und bei Opel weitere Unterlagen angemahnt.

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Seit 1. Juni liegen die Opel-Dokumente nun im Bundesverkehrsministerium, binnen zehn Tagen, so hatte Dobrindt angekündigt, wolle er eine Entscheidung bekannt geben.

Die Mitarbeiter des Kraftfahrtbundesamts, von denen drei in die Kommission entsandt und mit den Prüfungen betraut sind, sollen sich hingegen mehr Zeit für eine fundierte Analyse ausbedungen haben. Das vorliegende Material mache es schwer, allein an einem Anbieter ein Exempel zu statuieren, so heißt es aus dem Umfeld der Kommission. Der Skandal könnte also noch weitere Kreise ziehen.

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