Massenrückruf deutscher Hersteller 630.000 Autos müssen zurück in die Werkstatt

Von mm-newsdesk
Auf dem Prüfstand: Angeblich hat das Kraftfahrtbundesamt keine illegale Software entdeckt, aber ändern sollen die Autobauer Audi, Porsche, Mercedes, Volkswagen und Opel ihre Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung bei bestimmten Temperaturen trotzdem

Auf dem Prüfstand: Angeblich hat das Kraftfahrtbundesamt keine illegale Software entdeckt, aber ändern sollen die Autobauer Audi, Porsche, Mercedes, Volkswagen und Opel ihre Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung bei bestimmten Temperaturen trotzdem

Foto: Patrick Pleul/ picture alliance / dpa

Die Autohersteller Audi, Porsche, Mercedes, Volkswagen und Opel werden nach Angaben aus der Bundesregierung insgesamt 630.000 Fahrzeuge zurückrufen. Ausländische Hersteller wie etwa Renault hätten zum Teil ähnlich gelagerte Zusagen gegeben, sagte ein ranghoher Regierungsvertreter am Freitag in Berlin.

Grund sei eine erforderliche Änderung der Abschaltvorrichtungen für die Abgasreinigung bei bestimmten Temperaturen.

Bei Tests des Kraftfahrtbundesamtes seien zwar keine Fahrzeuge mit illegaler Software entdeckt worden, und die Abschaltvorrichtungen seien nach EU-Vorgaben möglich. Es gebe aber Zweifel in der Untersuchungskommission, ob diese Vorrichtungen zum Schutz von Bauteilen tatsächlich notwendig sind.

Daimler hatte bereits erklärt, eine Steuerung einzusetzen, die bei Temperaturen unter zehn Grad zum Schutz des Motors die Abgasreinigung drosselt.

Bundesverkehrsminister Dobrindt will am Nachmittag die Ergebnisse der Abgastests bei Dieselautos vorstellen, die nach Bekanntwerden des VW-Skandals angeordnet worden waren. Sein Ministerium kündigte eine Stellungnahme für 15 Uhr an.

Warum der VW-Abgasskandal für Daimler, Opel und Co. jetzt brandgefährlich wird

Das "Handelsblatt" hatte am Freitag berichtet, die Tests hätten ergeben, dass einige Unternehmen "Tricks" angewendet hätten, um die vorgeschriebenen Abgaswerte einzuhalten. Besonders auffällig sei jeweils ein Autobauer aus Frankreich, den USA und Asien geworden.

In Frankreich durchsuchten Betrugsermittler auch den französischen Mutterkonzern von Peugeot und Citroën und beschlagnahmten Material. Es gehe darum, den Verdacht von Manipulationen bei Schadstoffmessungen auszuräumen, erklärte der Konzern PSA Group am Freitag. Das Unternehmen kooperiere in vollem Umfang.

Hinter der Razzia steht den Angaben zufolge die Behörde für Wettbewerbspolitik, Verbraucherangelegenheiten und Betrugsbekämpfung. Das französische Wirtschaftsministerium hatte nach dem Volkswagen-Skandal Ermittlungen angeordnet.

Kontrolle und Analyse von Autoabgasen im Umweltbundesamt

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Foto: DPA
rei/Reuters/dpa