Klage wegen Verbrauchertäuschung Deutsche Umwelthilfe zerrt Opel vor Gericht

Opel Astra: Die Deutsche Umwelthilfe fordert bereits ein Auslieferungsverbot für die Diesel-Versionen

Opel Astra: Die Deutsche Umwelthilfe fordert bereits ein Auslieferungsverbot für die Diesel-Versionen

Foto: Opel
Fotostrecke

Untersuchung zum Treibstoffverbrauch: Diese Autos konsumieren viel mehr Sprit als offiziell angegeben

Foto: Getty Images

Volkswagen  ist mit der Klagewelle im Abgasskandal nicht mehr alleine. Auch gegen andere deutsche Autohersteller gehen Rechtsanwälte gerichtlich vor. Zuletzt traf es Daimler-Chef Dieter Zetsche persönlich, gegen den US-Anwälte eine Sammelklage wegen Verbrauchertäuschung eingereicht haben sollen.

Seit Wochen steht auch die deutsche General-Motors-Tochter Opel am Pranger, wie manager-magazin.de wiederholt berichtete. Denn die Abgasreinigungssysteme der Rüsselsheimer funktionieren offenbar nur in sehr engen Grenzen uneingeschränkt. Verkehrsminister Dobrindt zweifelt bereits öffentlich an, dass Opel damit die Gesetze einhält - und kündigte Nachprüfungen der Modelle Zafira und Astra an. Nun steht dem Autohersteller auch ein unangenehmer Rechtsstreit bevor, denn die Deutsche Umwelthilfe will gegen Opel vor Gericht ziehen.

Die Umweltschutzorganisation werde kommende Woche vor dem Landgericht Darmstadt Klage wegen Verbrauchertäuschung einreichen, sagte Umwelthilfe-Chef Jürgen Resch am heutigen Donnerstag. Die DUH hatte dem Autobauer eine Frist gesetzt, eine Unterlassungserklärung für bestimmte Werbeaussagen zum Zafira Diesel abzugeben, die nach Darstellung der Umweltschützer nicht zutreffen.

Man habe acht von zehn Punkte des Unterlassungsverlangen abgelehnt, bestätigte ein Opel-Sprecher in Rüsselsheim. Danach will der Autobauer zwei Aussagen im Zusammenhang mit dem Zafira-Modell nicht mehr wiederholen: Dass die "alte Dieselschwäche", der Ausstoß von Stickoxiden, Geschichte sei und dass kontinuierlich eine gleich bleibende Menge AdBlue-Harnstoff zur Abgasreinigung eingespritzt werde.

Umwelthilfe fordert Auslieferungsstopp für Zafira und Astra

Fotostrecke

Volkswagen: Dirty Diesel - die Chronik der Ereignisse im VW-Abgasskandal

Foto: Frank Leonhardt/ dpa

Aus Sicht der Umwelthilfe sind das nebensächliche Formulierungen. Entscheidend sei die Werbung mit einem "Kältetest bei -30 Grad" und die Angabe, dass die Diesel so sauber wie Benziner seien, erklärte Resch. Er forderte Opel erneut auf, Verkauf und Auslieferung der Modelle Zafira und Astra zu stoppen. Während das Kraftfahrtbundesamt die von Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) angekündigten Nachprüfungen mache, steige andernfalls die Zahl der geschädigten Autobesitzer.

Die Umweltorganisation Greenpeace sieht mit der abermaligen Entscheidung zu Nachtests der Opel-Modelle Zafira und Astra den Minister beschädigt. Ein paar Wochen nach Vorlage seines Berichts zum Abgasausstoß müsse er nun zugeben, dass er auf Opel reingefallen sei, kritisierte Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup. Der Minister flüchte sich in juristische Spitzfindigkeiten und demontiere sich damit selbst.

Am Mittwoch hatte Dobrindt nach Gesprächen mit Opel erneute Untersuchungen der Modelle Zafira und Astra angekündigt. Die Umwelthilfe hatte nach eigenen Angaben ermittelt, dass diese Modelle die Abgas-Reinigung in unerlaubtem Maße herunterregeln. Dobrindt hatte erklärt, dass es bei der rechtlichen Bewertung der Abschalteinrichtungen Unterschiede gebe und Zweifel geäußert, ob Opel regelkonform gehandelt habe. Das Unternehmen äußerte sich am Donnerstag zunächst nicht zu den Vorgängen. Am Mittwoch hatte man erneut betont, dass man keine illegale Software einsetze.

wed/dpa