Donnerstag, 25. April 2019

Zündschloss-Skandal Ermittler gehen gegen Rechtsabteilung von General Motors vor

GM-Zentrale Detroit: Hielt die Rechtsabteilung Beweise zurück?

Das Debakel um defekte Zündschlösser hat General Motors bislang einen Milliardenbetrag gekostet. US-Ermittler gehen nun dem Verdacht nach, die Rechtsabteilung des Autobauers habe den Skandal lange vertuscht.

Detroit - Der Opel-Mutter General Motors droht wegen des Skandals um defekte Zündschlösser weiterer Ärger: Wie das "Wall Street Journal" am Donnerstagabend (Ortszeit) unter Berufung auf Insider berichtete, untersuchen US-Ermittler mögliche Vertuschungen der GM-Rechtsabteilung.

Sollten Mitarbeiter Aufsehern Beweise vorenthalten haben, hätte dies die Rückrufe der mangelhaften Autos verzögern können.

Wegen des Debakels mit den Zündschlössern, die bei voller Fahrt in die "Aus"-Position zurückspringen können, musste GM bislang rund 30 Millionen Wagen zurückrufen.

Das Unternehmen selbst geht davon aus, dass der jahrelang ignorierte Defekt zu Unfällen mit 13 Toten geführt hat. Andere Schätzungen liegen höher.

In dem Bericht heißt es heißt es, die Untersuchung sei noch am Anfang und könne durchaus auch ohne Konsequenzen für GM bleiben. Ein Sprecher des Autokonzerns sagte, man kooperiere mit den Ermittlern.

Der millionenfache Rückruf und die Entschädigung von Unfallopfern hatten zuletzt den Gewinn von General Motors quasi aufgezehrt. Kosten in Milliardenhöhe ließen im zweiten Quartal den Gewinn auf umgerechnet 140 Millionen Euro schmelzen, während der schärfste US-Rivale Ford sich von GM absetzen konnte.

rei/dpa

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