EADS-Anteilsverkauf Daimler glänzt mit höherem Gewinn

Der Daimler-Konzern hat die Börse mit vorläufigen Gewinnzahlen positiv überrascht. Vor allem der Verkauf von Anteilen des Luftfahrtkonzerns EADS füllte die Kasse. Aber auch operativ lief das Geschäft im Frühjahr besser als erwartet. Die Aktie springt hoch.
Erwartungen erfüllt heißt Erwartungen übertroffen: Analysten trauten Daimler zuletzt weniger zu als der Konzern sich selbst

Erwartungen erfüllt heißt Erwartungen übertroffen: Analysten trauten Daimler zuletzt weniger zu als der Konzern sich selbst

Foto: Daimler

Stuttgart - Der Autobauer Daimler hat im zweiten Quartal durch den Verkauf von Anteilen am Luftfahrt- und Rüstungskonzern EADS seinen Gewinn kräftig nach oben getrieben. Daimler teilte am Freitag in einer Pflichtmitteilung mit, der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) liege mit 5,2 Milliarden Euro über den Markterwartungen.

Allein der Verkauf der EADS-Aktien spülte 3,2 Milliarden Euro in die Kasse, die größte Geschäftssparte Mercedes-Benz Pkw steuerte dagegen nur gut eine Milliarde Euro zum Betriebsgewinn bei. Der Konzernumsatz habe sich in den Monaten April bis Juni auf 29,7 Milliarden Euro summiert. Diese Ergebnisse entsprächen im Wesentlichen den Erwartungen des Konzerns, daher werde die Gewinnprognose bestätigt. In den Zahlen enthalten seien negative Sondereffekte von 100 Millionen Euro für die Sanierungsprogramme der Lkw- und Bussparte.

Daimler-Aktien  sprangen nach der Meldung um bis zu 5,5 Prozent auf genau 52 Euro. Das ist der höchste Kurs seit Juli 2011. Analysten beurteilten Daimlers Gewinnaussichten für das laufende Jahr bislang skeptischer als der Konzern. M.M. Warburg und die Essener National-Bank zum Beispiel rechnen mit einem steigenden Gewinnen erst ab 2014. "Das Gesamtjahr 2013 dürfte - abgesehen vom Buchgewinn aus der EADS-Veräußerung - insgesamt enttäuschend verlaufen", sagte National-Bank-Analyst Manfred Jaisfeld zu manager magazin online.

Der Konzern hatte zuletzt im April seine Ziele gekappt, weil Rückgänge in einzelnen Märkten und hohe Investitionen in neue Modelle und Werke den Gewinn drückten. Im wichtigsten Markt China fährt die Kernmarke Mercedes-Benz den deutschen Premium-Konkurrenten Audi  und BMW  hinterher. Wichtige Modellreihen wie A-, S- und C-Klasse wurden gerade erneuert oder stehen davor, sodass zunächst hohe Kosten zu Buche schlagen und der Absatz schwächelt. Im Lastwagengeschäft ist Daimler zwar weltweit führend, sieht aber Sanierungsbedarf.

"Auf Basis unserer unveränderten Annahmen über die weitere Entwicklung unserer Schlüsselmärkte sowie den laufenden Wachstumsinitiativen und Effizienzprogrammen gehen wir auch weiterhin davon aus, dass das Ebit im zweiten Halbjahr über dem des ersten Halbjahres liegen wird", teilte Daimler mit. Im Vorjahresquartal hatte der Stuttgarter Konzern 28,9 Milliarden Euro umgesetzt und operativ 2,2 Milliarden Euro verdient. Mercedes-Benz Pkw hatte dazu 1,3 Milliarden Euro beigesteuert. Ausführliche Zahlen will Daimler am 24. Juli liefern.

ak/rtr/dpa-afx

Mehr lesen über

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.