Dienstag, 18. Februar 2020

Porsche-Prozess Staatsanwaltschaft fordert Haft für Härter

Da war die Porsche-Welt noch in Ordnung: Holger Härter (r.) Wendelin Wiedeking und

Eine Geldstrafe ist dem Staatsanwalt nicht genug für Ex-Porsche-Finanzvorstand Holger Härter. Ein Jahr Haft soll es mindestens sein - vorsätzlich habe Härter der Bank BNP Risiken bei einem Kreditgesuch im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme von Volkswagen getäuscht.

Stuttgart - Im Prozess gegen den ehemaligen Finanzchef der Porsche Holding, Holger Härter, hat die Staatsanwaltschaft eine Haftstrafe wegen Kreditbetrugs gefordert. Eine Geldstrafe komme bei der vorsätzlich begangenen Tat nicht in Betracht, sagte Oberstaatsanwalt Hans Richter am Dienstag vor der Stuttgarter Landgericht nach rund achtmonatiger Verhandlungsdauer in seinem Plädoyer.

Härter solle wegen vorsätzlicher Täuschung der französischen Bank BNP Paribas Börsen-Chart zeigen im Zuge der Verlängerung eines fälligen Zehn-Milliarden-Kredits im Jahr 2009 zu nicht weniger als einem Jahr Freiheitsstrafe verurteilt werden. Die Strafe könne zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe ausgesetzt werden, als Bewährungsauflage solle eine Million Euro gezahlt werden.

Der Mitangeklagte Christian N., der damals Härters Untergebener war und noch immer bei Porsche Börsen-Chart zeigen als Finanzmanager arbeitet, solle als untergeordneter Mittäter zu einer Geldstrafe von 300 Tagessätzen zu je 750 Euro verurteilt werden, forderte die Staatsanwaltschaft. Die beiden Angeklagten sollen bei den Verhandlungen über den Großkredit den Netto-Liquiditätsbedarf, der sich bei der Ausübung der von Porsche Börsen-Chart zeigen gehaltenen Kaufoptionen auf VW-Stammaktien ergeben hätte, mit 4,1 Milliarden Euro um etwa 1,4 Milliarden Euro zu niedrig angegeben haben.

Angeklagte bestreiten Vorwürfe

Des Weiteren sind die Strafverfolger nach der Vernehmung zahlreicher Zeugen und Sachverständigen überzeugt, dass die beiden Angeklagten rund 45 Millionen von Porsche veräußerte Verkaufsoptionen auf Stammaktien der Volkswagen AG Stammaktien Börsen-Chart zeigen verschwiegen haben und damit die Bank ebenfalls falsch über das Kreditrisiko informierten.

Die beiden Angeklagten haben in dem Verfahren die Vorwürfe bestritten: Die Erklärungen gegenüber der Bank seien richtig gewesen. Der Bank, die sich mit 500 Millionen Euro an dem Milliardenkredit beteiligt hatte, sei zudem kein Schaden entstanden. Porsche arbeite mit dem Institut noch immer zusammen.

Härter hatte gemeinsam mit dem ebenfalls 2009 geschassten Porsche-Vorstandschef Wendelin Wiedeking seit 2005 die Übernahme von VW betrieben. 2009 scheiterten die beiden Manager mit ihrem Plan aber an der Finanzkrise. Die Verteidigung wird am 17. Mai ihr Plädoyer abgeben. Das Urteil in dem Verfahren (Az: 11 KLs 159 Js 77250/11) könnte Anfang Juli fallen.

Kreditbetrug kann mit Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren geahndet werden. Einen Befangenheitsantrag der Verteidigung gegen Oberstaatsanwalt Richter wegen angeblicher Vorverurteilung der Angeklagten hatte das Gericht am Vormittag abgewiesen.

nis/rtr

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