Studie Opel-Verkäufe im Pott gehen drastisch zurück

Der angeschlagene Autohersteller Opel hat im Ruhrgebiet beinahe doppelt so viel Marktanteile verloren wie im Bundesdurchschnitt. Eine Studie sieht das Tauziehen um das Werk in Bochum als Hauptgrund. Mittlerweile verkauft Hyundai mehr Autos an der Ruhr als die Opelaner.
Opel-Werk in Bochum: Produktionsstopp Ende 2014

Opel-Werk in Bochum: Produktionsstopp Ende 2014

Foto: Oliver Berg/ dpa

Duisburg - Wegen der anhaltenden Debatte um die Schließung des Opel-Werks in Bochum hat der Autobauer im Ruhrgebiet nach laut einer Studie deutlich mehr Marktanteile verloren als bundesweit. Opels Marktanteil an der Ruhr schrumpfte seit 2007 von 15,1 auf 8,9 Prozent, wie aus einer Studie des Center Automotive Research (CAR) an der Universität Duisburg-Essen hervorgeht. Das sei ein Minus von 41 Prozent. Bundesweit sanken die Marktanteile der Marke demnach im selben Zeitraum um 26 Prozent.

"Kunden haben nicht nur bei Qualitätsproblemen ein Elefantengedächtnis, sondern auch beim Umgang des Unternehmens mit den Mitarbeitern", sagte CAR-Chef Ferdinand Dudenhöffer dem Magazin "Focus". In Bochum laufen derzeit noch die Modelle Astra und Zafira vom Band. Ab Ende 2014 will Opel dort keine Fahrzeuge mehr bauen lassen, die Getriebeproduktion soll schon Ende 2013 beendet werden. Die IG Metall hatte dem Sanierungsplan am Mittwoch trotz anhaltenden Widerstands der Belegschaft zugestimmt.

Der Analyse des CAR zufolge verschlechterte sich die Verkaufssituation von Opel im Ruhrgebiet im Januar und Februar diesen Jahres noch einmal deutlich. Von der Entwicklung profitieren demnach vor allem Volkswagen und Hyundai: Der japanische Hersteller habe mittlerweile einen höheren Marktanteil als Opel, VW verkaufe im Ruhrgebiet inzwischen doppelt so viele Neuwagen wie Opel, heißt es in der Studie.

mahi/afp

Mehr lesen über

Verwandte Artikel

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.